Anstieg der Touristenzahlen 2015 ?

bo-ju

Sehr aktives Mitglied
Gestern erzählte mir ein langjähriger Sardinienfahrer, dieses Jahr seien wesentlich mehr Touristen auf Sardinien gewesen als in den Jahren vorher. Er meinte, die Menschen, die Angst vor Terroranschlägen in den umliegenden Mittelmeerländern hätten, kämen nun vermehrt auf unsere Insel. Habt ihr, die ihr dort ständig lebt, die gleichen Erfahrungen gemacht? LG Ju
 
Kann ich hier aus meiner Sicht für den Süden bestätigen ( schätze dass es auch in anderen Gebieten Sardiniens so war) , allein schon die vermehrten Kreuzfahrtschiff-Touristen die in Cagliari und Umgebung waren , hatten oft letztes Jahr z.B. noch Tunis auf ihrer Route ....wir hatten auch mehr Transfergäste ( Cagliari- Costa Rei / Cagliari - Pula/Chia oder umgekehrt ) , mehr Ausflugsgäste von den Hotels usw...warten mir mal die " offiziellen" Zahlen eventuell Anfang nächsten Jahres ab .....

Steigende Zahlen , bzw. ein Boom von Touristen von 10-15% wie es einige Quellen schreiben ,muss man dann mal sehen ....LG F.

http://www.meteoweb.eu/2015/09/turismo-boom-sardegna-previsto-aumento-dei-flussi-fino-al-15/505639/
 
In diesem zuende gehenden Jahr sind nach meiner Anschauung tatsächlich wieder mehr Touristen auf die Insel gekommen. Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Bei den Fährpassagieren am Hafen von Olbia gab es einen Anstieg von rund 6 % (laut Hafenbehörden), darin enthalten sind aber auch die Kreuzfahrtpassagiere. "Wesentlich mehr" würde ich das nicht nennen, aber immerhin eine leichte Zunahme. Die Angst vor Terroranschlägen spielte da noch wohl keine Rolle, so kurzfristig schlägt sich das in Zahlen nicht nieder. Es kamen in 2015 verstärkt neue Touristen aus Frankreich, Spanien, den Niederlanden u. GB, das hing mit neuen Flugverbindungen zusammen, die aber inzwischen (Ryanair) zum Teil wieder gestrichen wurden. Für 2016 erwarte ich eine Zunahme des Tourismus aus Russland, weil die Türkei sanktioniert wird.

Wichtig für Sardinien u. die Beschäftigten in der Branche ist, dass seit einigen Jahren die Saison länger wird, vor allem durch Senioren-Reisegruppen. Allerdings kann sich die Insel in vielerlei Hinsicht nicht optimal "vermarkten". Hotels und Restaurants schließen oft schon Mitte September, obwohl im Oktober noch Saison ist, insbesondere für Touristen aus Deutschland. Von den Museen u. anderen kulturellen Angeboten weiß von den Besuchern kaum jemand etwas, ebensowenig von den Naturreservaten u. Wandermöglichkeiten. Unsere Gäste werden darüber immer informiert, und sind ganz erstaunt über die Vielfalt jenseits der Strände.

Günther
 
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Wir hatten Ostern erstmalig meine Nichte dabei, die im nächsten Sommer dann natürlich wieder mitkommt. Auch ein Freund, der im letzten Sommer auf der Segeltour dabei war, wird uns im nächsten Sommer auf der Insel besuchen. Einmal Sardinien, immer Sardinien. Außerdem kommt erstmalig noch eine Freundin von uns mit. Im Kleinen kann ich den Anstieg also bestätigen. :)
 
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Wir waren dieses Jahr an Ostern, Pfingsten und Ende September/Anfang Oktober auf der Insel und ich kann ausdrücklich aus eigener Erfahrung in unseren bereisten Gegenden sagen, dass deutlich mehr Touristen unterwegs waren, als in den Jahren zuvor um diese Zeit.
Im besonderen sind mir auch Reisegruppen mit deutschen Bussen aus unserem Raum aufgefallen und viel mehr Motorradgruppen.
Bei den Motorradlern hat sich eh herumgesprochen, wie ausgezeichnet sich Sardinien für Ausfahrten lohnt.

Günther hat recht, die Ausweitung der Saison würde sich für Sardinien wirklich auszahlen,wenn sie sich noch mehr Mühe geben würden, was Unterkünfte, Angebote (z.B. Wandern, Kulturt-/ Naturtouren, Essen/Wein, .eben Sachen abseits des reinen Badetourismus) angeht.
Aber das ist ein müßiges Thema...
Ich bin gespannt, wie es nächste Woche aussieht, ob hier jetzt auch mehr unterwegs sind.
 
Rio Alinu.jpg Porto Flavia.jpg Günther hat recht mit der Aussage, dass sich die Insel nicht richtig " vermarktet ".
Wir haben in den letzten Wochen herrliche Wanderungen gemacht ( Cascada di rio Alinu), das Bergwerk PORTO FLAVIA besichtigt (wir waren die 4 einzigen Besucher! ) und in der CALA DOMESTICA noch ein erfrischendes Bad im Meer genommen.
Die Saison hier im Süden könnte ohne weiteres 9 bis 10 Monate dauern.
Ciao und Buone Feste per tutti,
Jürgen
 

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Natürlich hat jeder Recht , der über eine Verlängerung der Saison oder eine bessere Vermarktung von Sardinien redet. Corvu aus Brunella ist logischerweise nicht der erste der das merkt , schon vor 15 Jahren als ich im Tourismus angefangen habe zu arbeiten , sprachen schon viele von "de-stagionalizare" oder " prolungamento" der Saison .
Vorrallem wenn es Touristen -freundliches Wetter hat wie zur Zeit , also kaum Regen und Immernoch viel Sonnenschein ...
Habe unzählige Meetings und Workshops besucht wo das Thema behandelt wurde ....aber viel hat sich nicht geändert was eine längere Saison angeht , sicherlich sind die Besucher Zahlen in den letzten Jahren wieder langsam gestiegen nach der sogenannten Krise , aber die Saison ist immer noch grob von Anfang Mai bis Ende Oktober ....
Es scheiterte meist an unfähigen lokalen Politikern der letzten 20 Jahre und zu viel sardische Eigenbrodlerei der einzelnen Gegenden oder Provinzen , das war schon so als Sardinien noch die 4 historischen Provinzen hatte und hat sich auch bei den nun derzeitigen ( noch) 8 Provinzen nicht viel gebessert.
Schaut doch nur wie lange man braucht um die Infrastruktur auf Sardinien zu verbessern , z.B. die Fertigstellung der Schnellstraße/Tunnel von Cagliari zur Costa Rei/Muravera hat zich Jahre gedauert bis 2013 , nach 1 1/2 Jahren musste ein Teil wieder eine Saison lang gesperrt werden ; einzelne Abschnitte der SS131 waren bis zu 8 Jahre verkehrshemmende Baustellen , die SS 195 ( Cagliari nach Pula -Chia ) soll nach 20 Jahren hoffentlich 2017 fertig werden usw.....die noch nicht reparierten Provinstrassen/ Brücken in Ostsardinien nach den Überschwemmungen der letzten Jahre hemmen die Mobiltät der Einheimischen/Schüler und folglich auch Sardinienurlauber.....
Und und und ....bis heute gäbe es noch einiges zu tun um wirklich vom Ganzjahrestourismus zu träumen....
 
Ich bin ja nun noch nicht sooo lange infiziert (2012 1x, 2014 1x, 2015 2x, die Abstände werden kürzer... ;)), aber je mehr ich von Sardinien kennenlerne, um so mehr tut es mir Leid, dass kaum jemand, der noch nie da war, von der Vielfalt der Insel weiß. Weder von der Vielfalt der Landschaften, noch der der Strände, der Übernachtungsmöglichkeiten und vor allem der Preise.

Wie oft habe ich diesen "die kann sich ja was leisten"-Blick bekommen, wenn ich auf die Frage, wohin es denn im Urlaub gegangen sei, das Wort "Sardinien" ausspreche! Oftmals auch mit den entsprechenden Bemerkungen untermauert.
Ich glaube, da existieren immer noch viel mehr Klischees in den Köpfen, als den meisten, denen die Insel vertraut ist, bewusst sind. Inzwischen reagiere ich auf die Urlaubsfrage so, dass ich entweder versuche, Werbung für die Vielfalt Sardiniens zu machen (wenn ich auch nur annähernd das Gefühl habe, es könnte fruchten, so richtig mit "Sendungsbewusstsein") - oder aber einfach nur sage, ich war in Italien.

Ich glaube aufgrund dieser Erfahrungen schon, dass Öffentlichkeitsarbeit dringend notwendig ist, auch wenn die Infrastruktur stellenweise noch viel zu wünschen übrig lässt. Wenn ich nur an die verwunderten und erstaunten Blicke denke, wenn ich davon spreche, dass Sardinien außer den durchaus sehr unterschiedlichen Küsten auch ein wunderschönes, abwechsungsreiches Hinterland hat, dann komme ich mir häufig vor, als würde ich vom Urlaub auf dem Mond reden. Es stimmt nicht mit dem Bild im Kopf der Leute überein.

Man müsste alle die Menschen, die keine Lust auf all-inclusive haben, aber glauben, dass sie sich Sardinien sowieso nicht leisten können, erst mal dahin bringen, sich mit dieser wundervollen Insel als mögliches doch erschwingliches Urlaubsziel zu beschäftigen. Ich glaube schon, dass es von diesen Menschen reichlich gibt, aber diese Klischee-Schranke verhindert immer noch bei viel zu vielen den allerersten Schritt.

In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, ob dieser - auch hier - viel diskutierte Karibikvergleich wirklich förderlich ist, um das "passende" Klientel nach Sardinien zu bekommen. Bei der Karibik teilen sich die Urlaubsvorstellungen ja auch in all-inclusive (z. B. Dom-Rep) oder für Otto-Normalverbraucher unerschwinglichen Luxus. Die ganz normalen Individualreisenden, die Sardinien so dringend braucht, kann man damit m. E. kaum erreichen.
 
@Feuerpferd , auch bei uns ist es so, dass inzwischen Großeltern,Kinder und Enkelkinder, die auch schon wieder Kinder bekommen,
also im nächsten Jahr mit Urenkeln zu uns kommen;)

Für den Monat September konnte ich mich im Jahr 2015 vor Anfrage nicht retten und auch für 2016 ist der Monat längst ausgebucht.
Wogegen auch die Statistik geschrieben hat, dass der August etwas weniger Urlauber verzeichnet hat.
Ich denke, die Italiener können es sich nach wie vor noch nicht wieder leisten im August für 1 Monate zu kommen und vielen Deutschen ist es zu heiß
oft höre ich auch "Angst es könne zu voll sein"


@Kary , auch das höre ich oft von unseren Gästen die 2-3 Mal im Jahr kommen,Freunde von ihnen würden sagen,
"oh schon wieder Sardinien, ihr müsst ja Geld haben" aber in den Köpfen spukt nur die Costa Smeralda.
Ich habe von 1980-1998 mehrfach im Jahr Urlaub auf Sylt gemacht, da gab es die gleichen Aussagen.
In der Zeit konnte man Sylt noch sehr preiswert haben, wenn man nicht in die angesagten Orte fuhr.

Tanti saluti
Bea2
 
Zuletzt geändert:
Wenn man sich allein die Anfragen hier im Form anschaute, hatte ich im Sommer schon den Eindruck, dass da einige dabei waren, die Sardinien kurzfristig als Alternative zu anderen Zielen ins Auge fassten. Und auch vermehrt Leute, die scheinbar vorher hauptsächlich Pauschalurlaub machten und nun erstmals alles selbst organisierten.

Aber eine Steigung, insbesondere im September und Oktober (auch durch das stabile Wetter) gab es ja schon im vergangen Jahr, hier nachzulesen:
http://www.sardinienforum.de/threads/tourismus-2014-in-sardinien-2.7788/ .
Die Zahlen Ende des Jahres werden einiges an Aufschluss über diese Jahr 2015 geben.
Mein subjektiver Eindruck war - und das kann ja immer auch nur ein begrenzter Ausschnitt sein - dass es dieses Jahr merklich mehr Franzosen und Spanier waren, deren Anteil im kommenden Jahr durch die weiteren neuen Verbindungen durchaus noch steigerungsfähig sein dürfte.

Ich denke, insbesondere viele der Sommertouristen beschäftigen sich schon weniger intensiv oder tiefergehend mit dem Reiseziel, hier Sardinien, wenn es eben hauptsächlich um einen Badeurlaub geht. Das sieht man auch daran, dass es generell so viele Anfragen gibt, die gleichzeitig Strandnähe und einen Ort fußläufig suchen, vielfach eben hautsächlich der tolle Strand wichtig ist. Dass das dann oft reine Touristenorte sind ist dabei für viele wohl völlig in Ordnung und genau das, was sie suchen. Das Reiseziel wäre also im Grunde austauschbar. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Sardinien hat so viele individuelle Entdeckungsmöglichkeiten, allein schon die Vielfalt der Strände, die es eigentlich überall neben dem direkt vor der Haustür zu erkunden gibt, dabei dann wunderschöne Naturlandschaften, Küsten, Hinterland genauso wie es für weitere jeweils unterschiedliche Interessen Etliches bietet, sei es Natur, Kultur, Geschichte, Mentalität, Aktivitäten, Sport, Kulinarisches, etc…Und das besonders in der Nebensaison, aber auch genauso in der Hauptsaison. Man muss sich aber damit beschäftigen, informieren und schließlich vor Ort offen darauf einlassen…

Die Problematik dabei ist ja nicht Neues, wie beispielsweise das Gleichgewicht zu halten, dass es ein verträglicher Tourismus bleibt... Genauso, dass gerade in der Nebensaison das entsprechende Potential nach oben vorhanden und wünschenswert ist, Besucherzahlen und geöffnete Lokalitäten, Unterkünfte, reduzierte Flug/Fährverbindungen sich aber gegenseitig bedingen…….lässt sich weiter fortsetzen...

Petra
 
Die Franzosen sind vermehrt in Sardinien unterwegs , das kann ich bestätigen, auch sehen wir immer mehr französische Schiffe, seit ca. 3 Jahren und das obwohl die Franzosen vor 3 Jahren von der Regierung aufgefordert wurden, ihren Urlaub in Frankreich zu verbringen,um das Geld im Land zu lassen. Bea2
 
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