Ich bin ja nun noch nicht sooo lange infiziert (2012 1x, 2014 1x, 2015 2x, die Abstände werden kürzer...

, aber je mehr ich von Sardinien kennenlerne, um so mehr tut es mir Leid, dass kaum jemand, der noch nie da war, von der Vielfalt der Insel weiß. Weder von der Vielfalt der Landschaften, noch der der Strände, der Übernachtungsmöglichkeiten und vor allem der Preise.
Wie oft habe ich diesen "die kann sich ja was leisten"-Blick bekommen, wenn ich auf die Frage, wohin es denn im Urlaub gegangen sei, das Wort "Sardinien" ausspreche! Oftmals auch mit den entsprechenden Bemerkungen untermauert.
Ich glaube, da existieren immer noch viel mehr Klischees in den Köpfen, als den meisten, denen die Insel vertraut ist, bewusst sind. Inzwischen reagiere ich auf die Urlaubsfrage so, dass ich entweder versuche, Werbung für die Vielfalt Sardiniens zu machen (wenn ich auch nur annähernd das Gefühl habe, es könnte fruchten, so richtig mit "Sendungsbewusstsein") - oder aber einfach nur sage, ich war in Italien.
Ich glaube aufgrund dieser Erfahrungen schon, dass Öffentlichkeitsarbeit dringend notwendig ist, auch wenn die Infrastruktur stellenweise noch viel zu wünschen übrig lässt. Wenn ich nur an die verwunderten und erstaunten Blicke denke, wenn ich davon spreche, dass Sardinien außer den durchaus sehr unterschiedlichen Küsten auch ein wunderschönes, abwechsungsreiches Hinterland hat, dann komme ich mir häufig vor, als würde ich vom Urlaub auf dem Mond reden. Es stimmt nicht mit dem Bild im Kopf der Leute überein.
Man müsste alle die Menschen, die keine Lust auf all-inclusive haben, aber glauben, dass sie sich Sardinien sowieso nicht leisten können, erst mal dahin bringen, sich mit dieser wundervollen Insel als mögliches doch erschwingliches Urlaubsziel zu beschäftigen. Ich glaube schon, dass es von diesen Menschen reichlich gibt, aber diese Klischee-Schranke verhindert immer noch bei viel zu vielen den allerersten Schritt.
In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, ob dieser - auch hier - viel diskutierte Karibikvergleich wirklich förderlich ist, um das "passende" Klientel nach Sardinien zu bekommen. Bei der Karibik teilen sich die Urlaubsvorstellungen ja auch in all-inclusive (z. B. Dom-Rep) oder für Otto-Normalverbraucher unerschwinglichen Luxus. Die ganz normalen Individualreisenden, die Sardinien so dringend braucht, kann man damit m. E. kaum erreichen.