Auto (fast) überall Tempo 50?

Kopela

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Nach drei Wochen und 2080 km Sardinien mit Mietauto eine Frage an die Insider: auf sehr vielen Überlandstraßen gibt es Geschwindigkeitsbeschränkungen, sehr oft Tempo 50 und auf vielen Straßen fast durchgängig. Wir sind berggewohnte und eher defensive Fahrer, aber normalerweise kein Verkehrshindernis. Auf manchen kurvigen Strecken fährt man ohnehin nicht schneller, wenn überhaupt. Aber es gab auch viele breite, gerade, gut ausgebaute Abschnitte ohne Schlaglöcher, wo dieses Schild nach jedem Abzweig auftauchte. Wenn man sich wie wir daran hielt, wurde man manchmal von wütenden Nachkommenden angehupt und rücksichtslos überholt. Irgendwie kam man sich blöd vor, 50 zu fahren, wenn 80-90 völlig problemlos möglich wären. Die meisten Biker auf der Kult-SS125 machen ohnehin, was sie wollen (mit einigen gefährlichen Situationen). Strafe zahlen wollen wir natürlich nicht.

Meine Frage: gibt es irgendeinen Anhaltspunkt, wann man diese Beschränkungen ernst nehmen muss und wann sie eher als Deko gedacht sind? An vielen Stellen wurden sie auch noch begleitet von den bekannten Radarankündigungen.
 
immer rechtweisende Gebote.
Ergo, BEACHTEN und sich dran halten!
....a bissal Satire is da schon dabei, das mach ich sicherlich nicht, man muss ja nicht fahren wie ein verrückter aber als Schleicher will ich auch nicht den ganzen Verkehr aufhalten. ;)
 
Ich war jetzt auch 5 Wochen unterwegs, 4 davon auf dem Eiland.
Verstanden habe ich das mit den 50'er Schildern auch nicht. Wenn man sich daran hält, steht man(n) kurz davor gesteinigt zu werden.
Meine allgemeine Erfahrung auf Sardinien ... entweder schleichen einige daher oder Knallgas. "Normal" fährt da fast keiner.
Kann das einer der alten Hasen hier mal seriös erklären?
 
Na ja... war ja gerade auch 4 Wochen auf Sardinien, und ganz ehrlich: der einzige, der sich dran gehalten hat, war ich. Mir ist es genauso wie Kopela gegangen. Da war sogar eine Situation, dass mich ein Polizeiwagen überholt hat (ohne Sonderrechte, weil weder Blaulicht noch Signalhorn), welches dann wiederum von vermutlich Einheimischen überholt wurde. Übrigens im Überholverbot. Da fällt mir halt nix mehr zu ein...
Doch, und ob mir da noch was einfällt. In Bosa, die Straße am Temo - ein fettes Schild "Wohnmobile Einfahrt verboten". Bin da lang geradelt, alles zugeparkt mit Womos, auch reichlich auf der Straße unterwegs. Mittendrin ein Fahrzeug der Carabinieri, hat die überhaupt nicht gejuckt.
 
Also es ist wohl so, dass Kontrollen angekündigt werden müssen in Italien. Das heißt, entweder durch Dauerschilder oder aufgestellte Kontrollschilder und dem darauf folgenden mobilen Messgerät. Aber eine Gesetzesänderung ist wohl gerade auf dem Weg. Die fünfziger Schilder erkläre ich mir so, dass sehr viele Feldwege oder kleine Straßen direkt auf die großen stoßen und man einfach sich absichern muss.
Ich halte mich selten an die Beschränkungen.
 
Wenn ich auf der SS 125 in den nächsten Ort fahre, sind da auch 50er Schilder. Hält sich kein Einheimischer dran (und auch kein Polizeifahrzeug), höchstens ein 90jähriger Opa in seinem klapprigen Fiat.
Die Schilder wurden vor Jahren aufgestellt, als die Strasse auf einem Abschnitt sehr uneben war, weil die Wurzeln der Schirmpinien den Asphalr nach oben gewölbt hatten.
Das Problem ist längst behoben, aber die Schilder bleiben halt für immer.
 
Achtet mal drauf - die Schilder Tempo 50 stehen sehr oft vor Einmündungen von kleinen Sträßchen, sogar nur von Feldwegen, so wie @Bisso auch geschrieben hat, und deren gibt es viele. Dieses Tempolimit ist auch berechtigt, weil die Einmündungen kaum gesehen bzw. beachtet werden, oft auch an unübersichtlichen Stellen hinter Biegungen und generell viel zu schnell gefahren und riskant überholt wird.
 
Wenn vor einer Einmündung oder Kreuzung ein Schild steht, egal ob Überholverbot , Geschwindigkeit oder dergleichen ist es nach passieren jeniger aufgehoben, in Deutschland und auch In Italien, es gelten dann die üblichen Beschränkungen, z.b. 50 Kmh in Ortschaften 90 in Italien bzw 100 Kmh in Deutschland.
 
Das Thema hat mir keine Ruhe gelassen. Die Lösung habe ich im Netz gefunden:

In Italien endet eine Geschwindigkeitsbegrenzung nach einer Einmündung oder Kreuzung nicht automatisch. Streckenverbote bleiben hier grundsätzlich so lange gültig, bis sie durch ein anderes Schild aufgehoben werden, die Straße endet oder man den jeweiligen Ort verlässt. [1, 2]
Die Schilder stehen nach einer Einmündung dort, um einmündenden Fahrern das Tempolimit anzuzeigen und den aktuellen Streckenverlauf für alle Autofahrer zu bestätigen. [1]

Das ist die logische Fortführung des Tempolimits vor der Einmündung, d.h. das Tempolimit bleibt auch nach der Einmündung bestehen, bis es durch ein anderes Schild ungültig wird. Da es so viele Einmüdungen mit vorherigem Tempolimit (meist 50 km/h) auf sardischen Straßen gibt, gibt es ebenso viele Tempolimit Schilder nach den Einmündungen.
Gut zu wissen! Echt kompliziert. Man lernt nie aus.

Übrigens, diesselbe Regelung gilt in Deutschland
 
Nur habe ich in Italien noch nie ein Schild gesehen, das eine Begrenzung wieder aufhebt. Am auffälligsten ist das nach den sehr beliebten 30er Schildern, wenn irgendwo eine Baustelle ist. Gilt dann auf der Autobahn im Bedarfsfall für die nächsten 20 km.
 
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