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zum 4. Teil

Dieses Thema im Forum 'Reiseberichte' wurde von giovanina gestartet, 13 September 2017.

  1. giovanina

    giovanina Sehr aktives Mitglied

    Ein Highlight ist für unsere Familie Scivu.
    Von oben auf die Insel gesehen, liegt der Strand von Scivu direkt neben dem von piscinas, dem Strand der oft als "Costa verde" beschrieben wird, wenn jemand zum ersten mal da war.
    Auch in Scivu sind hohe Dünen. Jedoch gibt es eine "Treppe", die einen recht komfortabel hinunter an den Strand und zu den Kalksteinfelsen führt, so dass man nicht mühsam durch den Sand bergauf schnaufen muss, wenn man zurück möchte.
    Der Weg zweigt von einer kleinen Straße, die von Fluminimaggiore nach Arbus führt ab und man fährt dann durch das grüne Nichts 12 km bergab. Bis man auf einem relativ großen Parkplatz steht, eine bar noch dazu.
    Völlig geschockt waren wir von der riesigen Brandfläche dort. Es gab in der letzten Augustwoche und ersten Septemberwoche 2 Brände bei Arbus. Das Feuer hat sich wirklich ganz schlimm durchgefressen. Beim unvermuteten Sehen wird man ganz still. Die Natur dort ist auch still. Die Vorstellung, welches Leben an Pflanzen und Tieren es genommen hat und welche Existenzen zerstört wurden. Es sind ja trotz der Einsamkeit immer wieder kleine Anwesen dort. Sehr schlimm.
    Wieder zum schönen Scivu:
    dort unten zu sein, an diesem Strand ist einfach Einzigartig. Der Wind, die Wellen, die Farben.
    Die Strömung dort ist nicht ungefährlich und unsere Kinder wissen, dass sie niemals alleine hinein gehen sollen und auch auf die Ripströmungen achten bzw. sie im Meer suchen.
    Als wir ankamen, war es fast ganz ruhig das schöne Meer. Als wir unten waren wurden es wellig. Als wir hinein wollten, wurde es leer im Meer, denn in dieser kurzen Zeit kamen enorme Wellen. So etwas erstaunliches dort.
    Auch daher: niemals zu weit hinaus. Eher parallel schwimmen, als sich vom Strand entfernen.
    Wir sind gegen 16.30 Uhr gekommen. Ca. 2 Stunden später saßen wir wieder im Auto. Aber es tat keinen Mux.
    Gar nichts. Kein Stottern, kein nichts. Wer das im Forum ein bißchen verfolgt hat, weiß, dass unser Auto erst einen Tag vor der Abreise nach Sardinien aus der Werkstatt kam und alles etwas adrenalinlastig war.
    Nun das.
    So weit ab vom Schuß. Da ziehen erst mal Bildbände über die möglichen weiteren Stunden durchs Hirn :).
    Was wohl Überbrückungskabel auf italienisch/sardisch heißen könnte?
    Da ich ja die Einzige mit italienischen Sprachkenntnissen bin, muss ich ja wieder mein Glück probieren.
    An der bar standen ein paar wenige Gäste herum. Der Bedienstete wußte um was es ging, hatte aber kein Kabel.
    Ein anderer Zuhörer wußte aber, wo eins herumliegt!
    Dann bat ein anderer Gast an, er könnte mal sein Auto holen. Allerdings hätte er nicht viel Hoffnung, weil seine eigentliche Batterie unter dem Fahrersitz ist???
    Unter seiner Motorhaube war ebenfalls eine kleine Batterie, aber ohne Pole. Und er sagte mal locker, falls es brennen sollte, steht da ja ein Feuerlöscher.
    Unser Sohn schnappte sein kostbarstes Gut aus dem Auto: sein Smartphone und lief davon.
    Unsere Tochter griff ins Auto und zog ihr Kuscheltier hervor und lief ebenfalls davon.
    Nun ja, es tat sich nichts.
    Jetzt fuhr er wortlos weg und hielt irgendwo an einem Auto, das gerade kam.
    Der wurde gefragt, fuhr auch bereitwillig herbei. Gleiches Spiel. Wieder nichts.
    Hm!. Nicht die Batterien.
    Nun wurden andere starke Männer herbeigerufen, die sich einig waren, dass das Auto sicherlich anspringt, wenn es angeschoben würde.
    Mein Mann soll sich setzen, in den 2. Gang schalten und das wird schon.
    Wenn man jetzt ein bißchen die Besonderheiten der Umgebung dort vor Augen hat, dann jetzt dieses Spektakel:
    mein Mann soll an der Bar vorbei mit Tempo angeschoben werden und nicht bremsen. Ähem, da kommt erst ein Absperrschild und dann geht es runter in die Dünen. Der Bremskraftverstärker und die Lenkung arbeiten ja in so einem Fall mal so gut wie gar nicht.
    Etwas Aufregung machte sich langsam breit, ansonsten war die Stimmung ganz heiter :).
    Das funktionierte auch nicht.
    Die Helfen entfernten sich für einen kleinen caffè, der Betreiber der bar wurde jetzt aktiv und holten sein fetten Landrover herbei, lies den Motor aufheulen und siehe da, unser Superauto sprang an!! Jey.
    Zurück am Campingplatz wurde der Motor ausgeschaltet. Sofort danach ging schon wieder nichts.
    Roberto vom Camping rief den mecanico an, der ein bißchen was fragte und ich so gut es eben ging, versuchte im feinsten Fachitalienisch der Automobilbranche zu antworten.
    Daraufhin war innerhalb der nächsten Stunde der mecanico höchstpersönlich angereist.
    Mitsamt einer passenden Batterien, die das ganze Auto wieder mobilisiert hat.
    Wir sind immer noch überaus dankbar für diese riesige unaufgeregte Hilfsbereitschaft, die uns da so unerwartet entgegen gebracht wurde.
    Das war echt ganz enorm großartig!
    Alles Gute
    Giovanina
     
    eumel, nonna, Andiha und 10 anderen gefällt dies.
  2. narbolese

    narbolese Sehr aktives Mitglied

    ja,so ist sardinien abseits der ausgetretenen pfade.ich verschlinge jeden deiner wunderbaren berichte und freue mich schon auf den nächsten.

    lg

    klaus
     
  3. giovanina

    giovanina Sehr aktives Mitglied

    Es beruhigt mich zu hören, dass meine Berichte Euch gefallen und ich wirklich so ausufernd weiter schreiben soll/darf?
    Ich habe jedes mal ein etwas unwohles Gefühl, wenn ich einen neuen Riesenblock absende.
    Umso schöner sind dann die Zustimmungen!
    Giovanina
     
  4. Maik Decker

    Maik Decker Sehr aktives Mitglied

    Wie man in meiner neuen Heimat so sagt: baßt scho!
     
    ChrisFel gefällt dies.
  5. ChrisFel

    ChrisFel Mitglied

    des muss fei fränggisch sei :rolleyes:
    Sorry, den musste ich loswerden.
    Giovanina, ich lese deine Berichte auch gerne, also schreib weiter. So vielfältig wie die Forenteilnehmer, so vielfältig sind die Erfahrungen. :)
     
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