Schlaganfall (Ictus) in/auf Sardinien

Beppe

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Schlaganfall (Ictus oder Apoplex) in/auf Sardinien

Cagliari's Stroke Unit (Schlaganfall-Abteilung) wurde für hervorragende medizinische Rettungs- und Behandlungsmaßnahmen ausgezeichnet. Das Brotzu Krankenhaus hat zum 3. Mal in Folge die prestigeträchtige 'Gold-Engel Auszeichnung' erhalten.

Eine plötzliche Lähmung im Arm oder auch ein schiefer Mund sowie unverständliche Worte, die einfach nicht mehr so rauskommen, wie sie eigentlich sollten, all das können bereits Anzeichen eines Schlaganfalls sein. Kurzum, Symptome können sein: Sehstörungen, herabhängende Mundwinkel, Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen sowie Sprachstörungen; Warnanzeichen sind aber auch Gleichgewichtsstörungen oder auch vorübergehende Bewusstseinsstörungen bis hin zu sehr starken Kopfschmerzen. Alles oft subtile, aber untrügliche Anzeichen für einen ischämischen Schlaganfall, eine der häufigsten Ursachen für den Tod oder aber auch für dauerhafte Behinderungen in Italien.

Auf Sardinien, einer zwar wunderschönen, aber medizinisch logistisch eher schwierigen Insel, ist die Zeit der wahre Feind:
Ein schnelles Eingreifen kann hierbei allein den Unterschied zwischen Leben & Tod oder auch bleibender Behinderung ausmachen. Die Schlaganfall-Unit von ARNAS im Brotzu-Krankenhaus in Cagliari stellt sich jedenfalls dieser Herausforderung und hat zum 3. Mal in Folge die angesehene internationale Auszeichnung „Gold-Engel' der Europäischen Schlaganfallorganisation erhalten. Eine Auszeichnung, mit der die Effizienz bei den Hilfeleistungen gewürdigt wird, die immer das Ergebnis eines Synergieaktes zwischen dem Krankenhaus und dem territorialen Notfallrettungssystem ist, das hier vom Notdienst 118 - (Not-, Rettungs- und Sanitätsdienst Telefonnummer !) von Cagliari koordiniert wird.

Im Jahr 2023 wurden dank der Zusammenarbeit zwischen der "Stroke Unit" und der Abteilung für interventionelle Neuroradiologie mehr als 200 Patienten mittels operativer oder invasiver Thrombektomie behandelt (operative oder invasive Entfernung eines Blutgerinnsels oder auch einer Lyse Therapie - siehe hierzu auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Thrombektomie).

Diese Zahlen bestätigen auch die Wirksamkeit einer Zentralisierung in den beiden regionalen Zentren Cagliari und Sassari und den Einsatz von Rettungshubschraubern zur Verkürzung der Einsatz- bzw. auch der Einlieferungszeiten, was so jedenfalls auch von der italienischen Schlaganfallvereinigung unterstrichen und gefordert wird .

Die Rolle der 118-Notdienste ist entscheidend für das rechtzeitige Erkennen der Symptome.

Wenn man vermeintliche Anzeichen eines Schlaganfalls erkennt, dann sollte man unbedingt sofort die 118 anrufen!
"Jede Minute hierbei ist kostbar für's Gehirn!
", so der Leiter des 118-Zentrums in Cagliari. Dank der kürzlich eingeführten Telemedizintechnologie ist es sogar möglich, eine erste Diagnose per Videogespräch mit einem Spezialisten zu stellen, noch bevor die Person im Krankenhaus eintrifft.

Zwischen Mai und November 2023 haben die 118-Notdienste den Transport von insgesamt 250 Schlaganfallpatienten koordiniert und durchgeführt und die Schätzungen für das gesamte Jahr liegen sogar bei über 450. Für Giovanni Cossu, Leiter der Schlaganfallstation vom ARNAS Brotzu, darf es dabei aber nicht bleiben: „Nur ein effizientes Netz und eine aufmerksame Bevölkerung können allen sardischen Bürgern bzw. Betroffenen die gleichen Behandlungsmöglichkeiten garantieren, unabhängig von der Entfernung".

Quelle:
 
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Einer der vielen Gründe in Cagliari bzw. Città metropolitana Cagliari zu wohnen. Man weiß ja nie !
Nur 2,4 km Luftlinie und weniger als 5 km auf den Straße von mir entfernt . ;)
 
Ist jetzt vielleicht nicht ganz passend, aber seit meinem letzten Urlaub im September hab ich eine SEHR positive Meinung vom sardischen Gesundheitssystem. Zumindest was Zahnärzte angeht. Meine Freundin hatte plötzlich unglaublich starke Schmerzen im Kiefer. Wir befanden uns auf einem Womo-Stellplatz nahe Alghero. Die Betreiber arrangierten sofort einen Termin bei einem Zahnarzt, kümmerten sich um den Transfer etc. Diagnostiziert wurde ein Abszess unter einem Backenzahn. Erstmal wurde ein sehr starkes Schmerzmittel, Antibiotikum und Cortison für drei Tage verschrieben, damit die Entzündung zurück gehen konnte, mit anschließendem Termin zum Ziehen des Backenzahns und Aushölung des Abszesses.

Meine Freundin arbeitet in der Pflege und hat auch medizinischen Zusatz-Qualifikationen. Und sie war absolut begeistert von der Praxis. Gelebte Hygiene-Vorschriften, da kann man bei uns in D nur von träumen. Absolut perfekte Arbeit des Arztes, und zusätzlich: ein sehr empathisches Auftreten der gesamten Belegschaft. Ich behaupte mal, es war Glück im Unglück, dass das auf Sardinien passiert ist.
 
Ich -wir haben seit 6 Jahren hier auf der Insel auch nur positive Erfahrungen mit Ärzten gemacht .schneller Termin, fachlich gut und alle sehr freundlich ,liebevoll und hilfsbereit.ich kann dir nur zustimmen.allerdings sind wir privat versichert,ich weiß nicht ,ob das den Unterschied macht.mit Krankenhäusern haben wir Gottseidank noch keine Erfahrungen gesammelt.also ,machen wir alles ,damit es so bleibt ;)
 
In San Gavino di Monreale wird derzeit ein neues größeres und modernes Krankenhaus gebaut. Nahe der SS131 gelegen, deckt es den ländlichen Bereich zwischen Oristano und Cagliari ab. Hinzu kommen postierte Rettungswagen in den kleineren Orten, leider noch zu wenig aber immerhin.
Ich hoffe ich muß da nie hin, aber es beruhigt ungemein.
 
Von den postierten Rettungswagen weiß ich, dass das manchmal leider nicht von Dauer ist - weil das Geld fehlt.
"Unseren" gibt es z.B., nach ca. 2 Jahren, nicht mehr.
Dafür hängt ein Defi an der Kirche.
In Deutschland wurde unsere nächstgelegene Klinik gerade dicht gemacht...
 
ich sag's ja @rocky, die Kirche läßt offensichtlich nix unversucht, irgendwie mehr Besucher in die Kirche zu locken und wenn es auch nur durch einen Defi ist. Wahrscheinlich ersetzt die Kirche zukünftig die abgeschafften Rettungswagen zusätzlich auch noch durch Rollatoren und Rollstühle, um so möglichst die Besucherzahlen zu erhöhen. Und wenn erst mal die Kliniken dicht gemacht werden, dann könnten die Kirchen ja auch noch innerhalb von deren Gemäuern entsprechende Krankenbetten aufbauen.

Jedenfalls, bei so einer ausgedünnten medizinischen Versorgungslage, da hilft dann sowieso fast nur noch beten.
 
Zuletzt geändert:
Im deutschen Ort haben wir nicht mal eine Kirche...
und der letzte Hausarzt hat dort auch gerade dicht gemacht.
 
Auf Sardinien sind die Kirchen noch voll, teilweise finden sonntags fünf Gottesdienste in einer Kirche statt. Von daher ist der Defi gut angebracht.
 
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