Schöne Bergdörfer vom Westen erreichbar

kerk1848

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Hallo zusammen,
ich heiße Ralf, bin 39 Jahre alt und reise zusammen mit meiner Frau und unserem 4 Jahre alten Sohn im Juni für 2 Wochen nach Sardinien.
Da wir bereits vor einigen Jahren auf Sardinien an der Ostküste waren haben wir uns dieses Mal für den Westen entschieden. Wir haben in Torre dei Corsari ein kleines Ferienhaus gemietet, außerdem haben wir für die komplette Zeit einen Leihwagen gemietet, da wir uns gerne viel von der Insel ansehen wollen. Wir genießen besonders die Natur, die Ruhe sowie gutes, landestypisches Essen und Wein.
Wir haben schon viel über die Westküste gelesen und uns schon einige Ausflugsziele entlang der Westküste ausgesucht. Was uns aber noch interessieren würde wären Ausflüge in schöne, romantische, ursprüngliche Bergdörfer die sich von der Westküste aus gut erreichen lassen. Wenn hier jemand ein paar Tipps oder Anregungen hat, würden wir uns riesig freuen.
Weiterhin würden wir uns noch freuen über Tipps zu Weingütern oder Käsereien , die von unserem Ort aus zu erreichen sind und sind auch sonst offen und dankbar für alle Hinweise, Anregungen usw.

Vielen Dank schonmal und liebe Grüße an alle.

Ralf
 
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qwpoeriu

Sehr aktives Mitglied
Nun stellt sich noch die Frage, was du als "schön" und was du als "Berg" ansiehst. Die Kurzantwort wäre nämlich: Es gibt in der Ecke keine schönen Dörfer wie etwa in der Provence, in Korsika oder auch anderswo in Sardinien ... und nur Hügel.

Da dir das aber glaube ich nicht reichen wird: Arbus wäre das klassische "Bergnest", das ist jetzt aber nicht herausragend schön. Fluminimaggiore ist ganz nett, hat ein paar Murales an der Wand und ich empfinde es zu deiner Jahreszeit als recht relaxed. Liegt aber zwar im Landesinneren, aber flach in einem Flusstal. Montevecchio ist eine schöne alte Mine, aber (quasi) unbewohnt. Du wirst also etwas zu sehen haben, aber die Kombination sehe ich nicht. Am ehesten trifft deine Beschreibung dann auf Iglesias zu. Das ist innen ganz hübsch, ob du nun die Lage auf 200m als "bergig" bezeichnest, bleibt dir überlassen.

Erwarte von der Ecke mehr Natur als schöne Orte, mehr rauhe Küste als im lieblichen Osten. Übrigens ist die Giara viel näher als es wirkt, da man das Campidano leicht durchquert. Unglücklich finde ich die Wahl Torre dei Corsari, der Ort ist aus der Retorte und hässlich, der Strand vor Ort für sardische Verhältnisse unterdurchschnittlich - irgendwo im Bereich Buggerru wärst du (nicht nur für Ausflüge) besser dran.

Weintechnisch bist du in TdC im Campidano di Terralba-Gebiet, das meiste läuft aber weiter östlich ab. Auch da wärst du weiter unten im Sulcis (so ab Iglesias) besser dran, da wird dann der Carignano del Sulcis angebaut.
 

kerk1848

Mitglied
Vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort.
Werde mir deine Tipps mal ansehen, da ist ja viel interessantes dabei. Das wird dort viel Natur, Ruhe und rauhe Küsten finden ist ja genau unser Ding.
Ich kenne mich auf Sardinien nicht gut aus, hatte nur gedacht, dass im Landesinneren mehr Gebirge ist.

Das TdC nicht unbedingt ein schöner Ort ist habe ich mir gedacht. Allerdings haben wir eine tolle und sehr günstige Unterkunft mit Meerblick, Terasse und Grill und da wir mit dem Auto ja flexibel sind dachte ich mir, dass es als Ausgangspunkt vielleicht ganz OK ist um die Westküste zu erkunden.
 

qwpoeriu

Sehr aktives Mitglied
Das stimmt in der Theorie auch. In der Praxis hast du nach Süden hin aber mit die kurvigsten Straßen auf ganz Sardinien, die SS126 macht als Fahrer richtig Spaß, als Kind habe ich - im Wortsinne - gekotzt. Es ist durchaus hügelig, so kleine Zackenberge, die Straße quält sich am Passo Bidderdi auf immerhin knapp 500m und sinkt dann über ne Menge Kehren, von denen sich manche Alpenstraße etwas abschneiden könnte, Richtung Flumini ab. Auf den 500m liegt, zum Vergleich, München aber auch. Das gleiche Phänomen von Arbus nach Guspini, 5 Kilometer, an denen schon mancher verzweifelt ist. Jedenfalls schmälert das die Motivation, mehrfach nach Süden zu fahren, ziemlich.

Die "Berge" dort sind aber absolut nicht mit Korsika, dem zentralen Osten oder auch nur Mallorca vergleichbar.
 

giovanina

Sehr aktives Mitglied
Und, man müsste Mal recherchieren, ob das Militär zu dieser Zeit noch pausiert oder wieder fliegt. Evtl. Gibt es auch Neuigkeiten und sie dürfen gar nicht mehr fliegen?
Weil diese mind. 2 Mal tägliche Ruhe- und Friedenstörende Übungsflüge extrem laut und bedrohlich für mich sind. Das ist etwas , was mich extrem stören würde, wenn ich in der Einsamkeit wäre.
Aber vielleicht freut sich Euer Sohn umso mehr?
 

giovanina

Sehr aktives Mitglied
Oh, nochmal zur Giara ( gibt ja mehrere davon, spielt aber keine große Rolle, weil einfach genial :)), nicht, dass sie im Text von qwpueriu untergegangen ist. Weil auf der Fahrt dorthin, bspw von Oristano aus, kommen einige hübsche Bergnester. Und der Monte Arci ist durchaus ein Berg. Voller Obsidian und Korkeichen und schönen Wegen um Pau. Da hält man unterwegs gerne Mal an und unterbricht die vielen Kurven. Ich finde es da oben toll. Erst recht die Luft, das unaufgeregte Leben...
 

corona niedda

Sehr aktives Mitglied
Auch, wenn jetzt die verbrannten Bäume drumherum schon sehr die Stimmung drücken.
ja.
Euer Sohn kann dann aber lernen dass sowas passieren kann wenn mensch irgendwann als Teenie, weils so obercool ist, brennende Kippen ausm Auto schmeissend vielleicht, falls er es nötig hat zu rauchen dann, sieht was das anrichten kann.....

hab sowas aber auch schon vor zwei Jahren am Rand des Montiferru erlebt und gelernt, dass die Natur sich regeneriert....was freilich niemals ein Freibrief für irgendwelche Zündeleien ist, denn Millionen Tiere, Kleinlebewesen und die grösseren Tiere, die sonst unerbittlich gejagt werden in der Jagdsaison, sterben kläglich durch Grossbrände,

nach denen schreit kein ach so toller Tierschutzverein,
die verrecken erbärmlich, nur erbarmt sich leider niemand, weil das kein Geld bringt

jährlich werden heimatlose Hunde die in Porto Alabe und sonstwo streunen weil sie nirgendwo erwünscht sind aber wirklich wunderbare Tiere sind
aber auch Futter bekommen von Anwohnern und Touristen manchmal
eingefangen und unter erbärmlichsten Bedingungen untergebracht
naja, ist vielleicht besser fürs erste, wenn sie untergebracht werden anstatt zu verbrennen.............


naja, bleibt zu fragen wieviele Wildtiere verbrennen in irgendwelchen gelegten Feuern, die dann ganze Landstriche entvölkern
fangen wir mal an bei den Landschildkröten..........
Hunde können fliehen wenn es brennt, sie nicht......
Hunde können fliehen, aber
sie werden rigoros eingefangen und ins sogenannte Tierheim in Macomer gebracht mehrmals im Jahr an Stränden der so romantischen Westküste
die bekommen pro residierendem Hund in den sogenannten Tierheimen dort einen Haufen Geld
und lassen die Tiere deswegen nicht einfach so adoptieren oder wegbringen
das ist belegt und bezeugt immer wieder mal

wer Mut hat gehe da hin, zum Beispiel ins Tierheim in Macomer,
und frage nach den eingekerkerten Hunden
vielleicht ändert sich was...................???!!!!!!!!!!


............................
aber letztlich ist die Natur stärker als alle menschliche Dummheit.....
und die Jagdsaison verklingt irgendwann
und die Tiere leben weiter, wenn sie nicht unterworfen sind der menschlichen sogenannten Zivilisation

wenn euer Sohn das lernen kann dort, in den abgebrannten Gebieten,
dann ist das richtig, aber wirklich richtig toll!!!!!!!

Von daher: keine Angst vor Aufenthalten in abgebrannten Gebieten, is net so mega romantisch wie manche Leut das im Urlaub wollen, aber ist Leben und Natur, wirkliches Leben und wirkliche Natur..........................................
Natur ist immer am Wirken, aber halt oft nicht so publikumswirksam wie Menschen manchmal glauben das es sein müsste.
In abgebrannten Gebieten gibt es Leben..... im ersten Winter vielleicht Flechten und Moose, dann Kräuter.............
 
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kerk1848

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Vielen Dank für die vielen interessanten Beiträge. Hab gestern Nacht noch direkt etwas im Internet recherchiert und finde die Vorschläge Monte Arci und Santu Lissurgiu richtig interessant, das werden wir bestimmt besuchen.

@corona niedda : Finde deinen Beitrag sehr interessant und teile deine Meinung absolut. So tragisch solche Brände auch sind denke ich, dass du absolut Recht hast, dass auch ein Besuch in solchen Gebieten sehr lehrreich ist. Vielen Dank dafür.

Hat vielleicht noch jemand einen Tipp wo man in der Nähe von Torre dei Corsari gut Käse und Fisch kaufen kann?

Wir waren das letzte Mal vor 10 Jahren auf Sardinien und freuen uns sehr auf unseren Aufenthalt und auch darauf einen anderen Teil der Insel kennenzulernen.
 

Bisso

Sehr aktives Mitglied
Habt ihr euch wirklich auf Torre dei Corsari festgelegt trotz der vielen Warnungen?
Meerblick und günstige Unterkünfte findest du um diese Zeit noch sehr oft. Es gibt auch Anbieter aus dem Forum unter Unterkünfte.
 

Bisso

Sehr aktives Mitglied
Ok, dann hoffe ich sehr für euch, dass euer Sohn die Kurven gut verträgt. Meine Tochter hat als Kind keine Kurven vertragen und das hat unsere Urlaube schon eingeschränkt.
 

qwpoeriu

Sehr aktives Mitglied
Arborea ist zwar eines der (zu) vielen tristen Mussolini-Dörfer auf Sardinien ... aber in Sachen tierische Produkte findest du auf der Insel kaum irgendwo mehr Auswahl. Die Latte Arborea kommt nicht umsonst von dort und von TdC ist es ums Eck. Wochenmarkt war glaube ich freitags, aber schau mal lieber nochmal nach. Wenn der Tag nicht reinpasst, gibts entlang der schachbrettartig angelegten Straßen durch die Pampa dort auch einige Käsereien am Straßenrand. Ist bei mir aber zu lange her als dass ich eine bestimmte empfehlen könnte.
 

bo-ju

Sehr aktives Mitglied
Kerk1848
Den besten Käse haben wir immer von privaten Händlern an den verschiedenen Strassenrändern gekauft. Z. B. an einer Strassenkreuzung der Nord-Süd-Achse nahe Paulilatino am Nuraghen. Es lohnte meist, ein einzeln stehendes Auto mit einem Tischchen daneben genauer ins Auge zu nehemen. Gilt auch für Obst, je nach Saison.
Viel Erfolg!!!
 

giovanina

Sehr aktives Mitglied
Auch da hake ich noch Mal ein. Denn Paulilatino mit dem Brunnenheiligtum und den versch. Nuraghen auf dem Gelände von S. Cristina ist ganz wunderbar für eine Pause geeignet, da es tatsächlich fast an der Schnellstraße Richtung Süden bzw. Westen liegt. Ihr müsst da sowieso vorbei. Und auch wenn Ihr dort nicht zur Besichtigung hinein wollt, könnt Ihr dort eine hübsche Pause in der dortigen Bar machen. Caffe trinken, Eis essen, ne Kleinigkeit essen ...im Schatten, mit Blick auf alte Olivenbäume und Oleander. Ein paar Einheimische, die zur Siesta- Zeit ebenfalls ein Pâuschen machen. Und direkt daneben ein kleiner "Souvenirshop", der aber wirklich vieles mit Hintergrund zu bieten hat. Weit ab von normalem Kitsch.
Und es gibt einen sehr großen Parkplatz und Stille.
 

narbolese

Sehr aktives Mitglied
Frischen Fisch gibts in Marceddi.Einfach über den Stagno fahren.Kannst auch lecker essen im Ittioturismo Pescatori San Domenico.Menu ca 40 € incl. alle Getränke.
lg
Klaus
Ps.Das Bergdorf heißt Santu Lussurgio
 

giovanina

Sehr aktives Mitglied
Und falls Ihr tatsächlich Richtung Flumini fahren solltet: die Strecke über Nebida, Masua ist sensationell! In Nebida kurz oder lang anhalten und einen kleinen Spaziergang über den Klippen (angelegt) machen und das weite weite Meer und den Pan die Zucchero ( Felsen im Meer) bestaunen, evtl. Wieder Mal Eis und Caffe dort genießen und dann wagemutig den Anstieg nach Masua angehen :).
In Buggeru würde ich auf alle Fälle ab ins Dorf runter fahren. Sehr romantisch geschmückte blumige Häuser und sensationelle kleine Eisdiele, wo man mittags auch Pizza u.ä., Baguette ... Bekommt.
Da es um die kleine Piazza (wenn man es so überhaupt nennen kann, da ja überall auch Autos fahren) nicht viele Geschäfte gibt, nicht zu verfehlen. Irgendwas mit Amore. Vielleicht farina e amore? Steht eine Minibank und oder 2 Stühlchen davor. Je nach Bruchfälligkeit. Hüstel.
Jetzt höre ich aber Mal auf, denn sonst komme ich auf meiner inneren Route weiter zu der Aussicht zwischen Buggeru und Portsceddu (Portixeddu), über den Dünenstrand und die Wassergräben, die Euren Sohn begeistern wurden oder nicht weiter zum Capo Pecora..Ach, ihr werdet selbst Schönes für Euch entdecken! Viel Schönes zu idealer Reisezeit.
 

Sardinista

Moderator
Bin echt begeistert von diesem tollen Forum und euren Beiträgen
ja, das ist wirklich ein echt tolles forum mit vielen sehr brauchbaren Informationen .
Etliche von uns sind schon sehr lange dabei und einige kennen sich teilweise persönlich von Forum-Treffs, andere kommen neu dazu und freuen sich, wenn sie an dem geballten Wissen der Insider teilhaben können.
Hier gehts zu wie im richtigen Leben, da wird gelacht, getrauert und ab und an auch mal bissel gestritten.

Insgesamt ist das recht ausgewogen :)

Herzlich Willkommen und viel Spaß auf der Insel und auch hier im forum!

P.S. Santa Cristina ist ein ganz besonderer und unbedingt zu empfehlender Ort, wobei ich euch vor allem einen Besuch des Brunnenheiligtums nahelegen würde
 

aufreisen21

Aktives Mitglied
Weiterhin würden wir uns noch freuen über Tipps zu Weingütern oder Käsereien , die von unserem Ort aus zu erreichen sind und sind auch sonst offen und dankbar für alle Hinweise, Anregungen usw.
Die Cantina di Mogoro als ein guter Weinproduzent wurde hier noch nicht genannt. Neben den Trauben Vermentino, Bovale, Monica und Cannonau auch einer der wenigen, die die Traube Semidano verarbeiten. Zu Empfehlen hier Anastasiia. Käserei auf der Fahrt nach Torre in Sant'Antonio di Santadi im Dedoni Formaggi Sardi Artigianali sehr gut einkaufen.
Wer in dieser Gegend weilt sollte natürlich sich Tharros anschauen. Auf dem Weg dorthin Cabras wo das köstliche Bottarga herkommt. Mit einem kleinen Umweg kan man die Ölmühle in Riola Sardo besuchen und Einkaufen.
Bei der Listung Fluminimaggiore sollte man umbedingt erwähnen: Grotta di Su Mannau und den Tempio di Antas.
 
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