Sardinien: Beschäftigung, Ausbildung, Wertschöpfung und Arbeitsmarktsituation
Beppe
Sehr aktives Mitglied
Heute hierzu ein Artikel in der Unione Sarda:
Sardinien: Zwar mehr Beschäftigung, aber mit weniger Qualität: d.h. die Arbeit nimmt lediglich in Sektoren mit geringer Wertschöpfung zu. Nach Angaben von Cna nahmen die Beschäftigtenzahlen zwischen 2021 und 2024 sogar um fast 30.000 zu.
Die Beschäftigung auf Sardinien wächst, aber nicht die Qualität der Arbeit. Dies ist, kurz gesagt, das Bild, das sich aus der neuen Forschungsstudie von 'Cna Sardegna' mit dem Titel „Sardinien am Arbeitsplatz, Analyse und Marktszenarien zwischen Innovation, KI und neuen Kompetenzen“ ergibt.
Zwischen 2021 und 2024 stieg die Zahl der Beschäftigten um fast 30.000 und die Arbeitslosenquote sinkt auf 8,2 %, den niedrigsten Stand der letzten 50 Jahre. Hinter den positiven Zahlen verbirgt sich jedoch eine fragile und recht unausgewogene Realität: Die meisten neuen Arbeitsplätze sind in Sektoren mit niedriger Produktivität konzentriert, die häufig saisonal und/oder prekär sind.
Der Prozentsatz der Beschäftigten in der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen ist von 57 % auf 62 % gestiegen, aber im gleichen Zeitraum hat Sardinien mit die schwächste Wertschöpfungsleistung in Italien erzielt und wird hierbei nur noch von 3 Regionen übertroffen.
Der regionale Arbeitsmarkt ist immer noch stark in traditionellen Modellen verankert, mit einem Produktionssystem, dem es an Innovation mangelt, das mit geringer Wettbewerbsfähigkeit ausgestattet ist und daher kaum in der Lage ist, auch Talente zu binden.
In 10 Jahren ist die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 118.000 Personen geschrumpft. Diese Zahl wird sich noch verschlimmern: bis 2035 werden weitere 122.000 Menschen verloren gehen mit einem geschätzten Rückgang von 76.000 Beschäftigten. Dieser Trend wird durch die Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen noch weiter verschärft: Jeder fünfte Hochschulabsolvent arbeitet spätestens 5 Jahre nach seinem Abschluss bereits dauerhaft außerhalb Sardiniens.
Inzwischen hält die Region auch den Negativrekord bei den Schulabbrechern: 17,5 % der jungen Menschen verlassen das Bildungssystem vorzeitig, oft ohne Abschluss. Auf der Unternehmensseite sinkt die Produktivität: In den letzten 3 Jahren gingen durchschnittlich so € 1.000 pro Arbeitnehmer verloren. 81% der geleisteten Arbeitsstunden sind in Sektoren konzentriert, die unter dem nationalen Produktivitätsdurchschnitt liegen (72 %). Sardinien liegt damit an viertletzter Stelle unter den italienischen Regionen, was die Arbeitseffizienz angeht.
Die Technologie könnte allerdings vieles ändern. Den Schätzungen der Studie zufolge könnte die breite Einführung künstlicher Intelligenz ein zusätzliches BIP von bis zu 5 Mrd. EURO (+12,8 %) generieren, aber auch den potenziellen Verlust von 60.000 Arbeitsplätzen mit sich bringen, wenn keine angemessenen Ausbildungs- und Umschulungsmaßnahmen ergriffen werden.
Inzwischen hält die Region auch den Negativrekord bei den Schulabbrechern: "Die Struktur des sardischen Arbeitsmarktes in einer Phase starker technologischer Beschleunigung ist besorgniserregend", so die Cna. "Wir müssen die Logik der zeitlich begrenzten Boni und Mitnahmeeffekte aufgeben und uns auf stabile und strukturelle Investitionen in die gesamte Bildungs- und Berufsbildungskette konzentrieren".
Laut Cna Sardegna könnte das sardische Wirtschaftssystem bei gleichen Kosten und Arbeitsstunden seine Wertschöpfung um 25 % steigern und bis zu 9 Mrd. EUR mehr BIP erwirtschaften, wenn es sein Potenzial voll ausschöpfen würde. Die Schätzung zeigt, wieviel mehr man noch tun kann, um den Trend rechtzeitig umzukehren.
Ohne eine langfristige Vision besteht jedoch die Gefahr, dass sich die heutigen positiven Zahlen in die Illusion eines Fortschritts verwandeln, der in Wirklichkeit aber die Grundlagen des Wirtschaftssystems der Insel in keinster Weise berührt, nämlich: Innovation, Stabilität, Bildung und Attraktivität.
Quelle:
www.unionesarda.it
Sardinien: Zwar mehr Beschäftigung, aber mit weniger Qualität: d.h. die Arbeit nimmt lediglich in Sektoren mit geringer Wertschöpfung zu. Nach Angaben von Cna nahmen die Beschäftigtenzahlen zwischen 2021 und 2024 sogar um fast 30.000 zu.
Die Beschäftigung auf Sardinien wächst, aber nicht die Qualität der Arbeit. Dies ist, kurz gesagt, das Bild, das sich aus der neuen Forschungsstudie von 'Cna Sardegna' mit dem Titel „Sardinien am Arbeitsplatz, Analyse und Marktszenarien zwischen Innovation, KI und neuen Kompetenzen“ ergibt.
Zwischen 2021 und 2024 stieg die Zahl der Beschäftigten um fast 30.000 und die Arbeitslosenquote sinkt auf 8,2 %, den niedrigsten Stand der letzten 50 Jahre. Hinter den positiven Zahlen verbirgt sich jedoch eine fragile und recht unausgewogene Realität: Die meisten neuen Arbeitsplätze sind in Sektoren mit niedriger Produktivität konzentriert, die häufig saisonal und/oder prekär sind.
Der Prozentsatz der Beschäftigten in der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen ist von 57 % auf 62 % gestiegen, aber im gleichen Zeitraum hat Sardinien mit die schwächste Wertschöpfungsleistung in Italien erzielt und wird hierbei nur noch von 3 Regionen übertroffen.
Der regionale Arbeitsmarkt ist immer noch stark in traditionellen Modellen verankert, mit einem Produktionssystem, dem es an Innovation mangelt, das mit geringer Wettbewerbsfähigkeit ausgestattet ist und daher kaum in der Lage ist, auch Talente zu binden.
In 10 Jahren ist die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 118.000 Personen geschrumpft. Diese Zahl wird sich noch verschlimmern: bis 2035 werden weitere 122.000 Menschen verloren gehen mit einem geschätzten Rückgang von 76.000 Beschäftigten. Dieser Trend wird durch die Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen noch weiter verschärft: Jeder fünfte Hochschulabsolvent arbeitet spätestens 5 Jahre nach seinem Abschluss bereits dauerhaft außerhalb Sardiniens.
Inzwischen hält die Region auch den Negativrekord bei den Schulabbrechern: 17,5 % der jungen Menschen verlassen das Bildungssystem vorzeitig, oft ohne Abschluss. Auf der Unternehmensseite sinkt die Produktivität: In den letzten 3 Jahren gingen durchschnittlich so € 1.000 pro Arbeitnehmer verloren. 81% der geleisteten Arbeitsstunden sind in Sektoren konzentriert, die unter dem nationalen Produktivitätsdurchschnitt liegen (72 %). Sardinien liegt damit an viertletzter Stelle unter den italienischen Regionen, was die Arbeitseffizienz angeht.
Die Technologie könnte allerdings vieles ändern. Den Schätzungen der Studie zufolge könnte die breite Einführung künstlicher Intelligenz ein zusätzliches BIP von bis zu 5 Mrd. EURO (+12,8 %) generieren, aber auch den potenziellen Verlust von 60.000 Arbeitsplätzen mit sich bringen, wenn keine angemessenen Ausbildungs- und Umschulungsmaßnahmen ergriffen werden.
Inzwischen hält die Region auch den Negativrekord bei den Schulabbrechern: "Die Struktur des sardischen Arbeitsmarktes in einer Phase starker technologischer Beschleunigung ist besorgniserregend", so die Cna. "Wir müssen die Logik der zeitlich begrenzten Boni und Mitnahmeeffekte aufgeben und uns auf stabile und strukturelle Investitionen in die gesamte Bildungs- und Berufsbildungskette konzentrieren".
Laut Cna Sardegna könnte das sardische Wirtschaftssystem bei gleichen Kosten und Arbeitsstunden seine Wertschöpfung um 25 % steigern und bis zu 9 Mrd. EUR mehr BIP erwirtschaften, wenn es sein Potenzial voll ausschöpfen würde. Die Schätzung zeigt, wieviel mehr man noch tun kann, um den Trend rechtzeitig umzukehren.
Ohne eine langfristige Vision besteht jedoch die Gefahr, dass sich die heutigen positiven Zahlen in die Illusion eines Fortschritts verwandeln, der in Wirklichkeit aber die Grundlagen des Wirtschaftssystems der Insel in keinster Weise berührt, nämlich: Innovation, Stabilität, Bildung und Attraktivität.
Quelle:
Sardegna, più occupazione ma poca qualità: il lavoro cresce nei settori a basso valore aggiunto - L'Unione Sarda.it
Secondo Cna tra il 2021 e il 2024 gli occupati sono aumentati di quasi 30 mila unità
Zuletzt geändert:
