Reisebericht Pfingsten 2018 Osten statt Westen

giovanina

Sehr aktives Mitglied
So,
nun waren wir mal wieder an Pfingsten auf Sardinien. Und wieder haben wir die Ostküste "versucht", statt der heißgeliebten Westküste :).
* Weil wir das 1. mal Ferienhäuser gemietet haben (ein Haus 4 Nächte, das andere 5 Nächte) statt Zelt und
* mal ganz bequem, ohne lange Fahrt auf der Insel zum Fährhafen/zur Unterkunft fahren wollten.
Zudem hatten wir eine wunderbar günstige Fährverbindung mit ungewöhnlichem Zielhafen bei der Rückfahrt, nämlich Nizza!
Dazu aber in den nächsten Tagen beim passenden Thema.
Tja, Ostküste.........
Der 1. Tag war regnerisch, die Insel toll grün, Stechmückenhorror.
Wo man auch hinhörte, frustrierte Sarden bezüglich des Wetters. Es hätte 3 Monate nur geregnet, im Süden schlimmer als im Norden/Osten. Aber trotzdem nimmt man es positiv, da einfach die Wasserspeicher - zumindest die für die Häuser - voll sind.
Die Zufahrt zu unserem Haus - 5 km vom Meer - war ebenfalls ordentlich geflutet, so dass wir den Radträger an der Zufahrt stehen lassen und abmontieren mussten. Sehr abenteuerlich der ganze weitere Weg hinauf zum Haus.
Für die Kinder war es irgendwie nicht richtig so, da sie die Staubpisten, das nahe Meer und das ewige draußen sein auf der Insel lieben. Jetzt ein etwas klammes Haus, kaltes Wasser zum Duschen, da die Sonne nicht geschienen hat und wenig "Urlaubsstimmung". Das Highlight für uns war das abendliche Anfeuern des Pizzaofens im Garten und die immer besser werdende selbst gebackene Pizza. Das war schon echt Weltklasse mit so einem feinen Ofen.
Allerdings mussten wir uns in lange Hosen, lange Pullis, über die Hose gestülpte Socken quetschen und überall, wirklich überall mit Antischnakenmittel einsprühen, was die Schnaken eher lächerlich fanden, glaube ich :).
Das hat die Urlaubsstimmung nicht unbedingt angefacht.
Was allerdings sehr sehr sehr urlaubig wurde, war die Fahrt mit dem Katamaran zu den Maddalena-Inseln.
Bisher hatten wir das immer verschoben, weil a) zu teuer und b) mit Kindern den ganzen Tagen mit nicht absehbarer Menschenanzahl und -Mentalität nicht unbedarft zu machen.
Nun aber war die Gelegenheit 2 Tage nach unserer Anreise.
Ich sage Euch, Forumkontakte sind so was von hilfreich und belebend und erhebend! :).
So habe ich hier durch das Forum von Milena erfahren, den Kontakt geknüpft bekommen, auf dem Katamaran eine nahezu illustre Gesellschaft aus Forianern um mich gehabt und dazu einen wirklich entspannten Tag auf dem Meer verbracht.
Wir waren genau 12 Leute und wenn ich meine Familie nicht als Forianer zähle, dann waren davon mit mir 4 Forianer auf dem Katamaran. Was sagt Ihr dazu? Es ist wie Buch lesen und dann einen Film/Kinofilm sehen. Man macht sich beim lesen so eine gewisse, manchmal auch konkrete Vorstellung, wie der Schreiber so ist, aussieht und dann kommt die Wirklichkeit.....
Nein, es war durchweg positiv. Muss ich auch noch bei "Aktivitäten" schreiben. Wir waren so schön umsorgt und verpflegt, es hat an nichts gefehlt, es gab nichts gestelztes oder beklemmendes. Gar nicht. Man wurde einfach so durch den Sonnentag getragen, wurde immer gelassener.........
Wirklich sehr empfehlenswert.
Danke an alle Forianer, die dazu beigetragen haben, dass dies mein absolut 1. entspannter Tag seit einigen Wochen war!
Ohne Verantwortung, ohne Verpflichtungen.
Wir haben nun diese paar Tage zwischen Porto San Paolo/Tavolara mal Richtung Olbia, mal Richtung Posada besucht und ja, es war schon schön, aber wir waren auch nicht traurig, dort wegzufahren.
Mir hat die gewisse Tiefe gefehlt, die wir immer im Westen spüren. Und auch das Zeltplatzambiente, morgens an den Strand gehen und beim market panini holen, anstatt wie beim 1. Haus das Auto nehmen und erst mal 20 Minuten durch die Gegend fahren zu müssen. Wieder die Familie auf einem Haufen hat so viel ähnliche Dynamik gehabt wie Zuhause.
Unterwegs sein, war natürlich gut, das Wasser sehr schön klar und teilweise sehr kalt, aber trotzdem toll zum Schwimmen, aber nicht so lange und nicht mehrmals am Tag.
Ich hatte allerdings auch Sehnsucht nach Tagen, an denen ich nur mit meinem Mann (bevor wie Kinder hatten) einsam und alleine mit den Rädern im Mai auf der Insel rumgefahren sind und so viel erlebt haben. Einfach mit den Menschen und der Natur. Zumindest kamen sehr viele Erinnerungen aus dieser Zeit auf und so müssen wir es auch irgendwann mal wieder machen. Einfach weil es noch so viel mehr auf der Insel zu entdecken gibt.
Die zweite Woche waren wir in einem unsagbar schönen Haus kurz vor Orosei. Und so, dass immer meine Tochter morgens mit mir zuerst die La Nuova geholt hat, dann in der Fruttosa (extrem tolle Gelateria in Sos Alinos mit den besten Zutaten und den nettesten Leuten) Cornetti und dann eben natürlich für den Rest der Famile panini.
Wir waren mit den Rädern im Bidderosa Nationalpark, in Berchida, an einigen schönen einsamen Stränden in der Gegend, hatten es warm, hatten eine Außendusche (zur Freude unserer Tochter endlich nutzbar, weil warm :)), einen Olivenhain zum Lesen und Federballspielen, Karten spielen unter dem Schilfdach......... ja, da war es schon sehr urlaubig.
Orosei hat mich etwas entsetzt, da es zwei mal so war, dass deutsche und französische Reisebusse Orosei fluteten.
Echt unschön. Aber ja, jeder will Urlaub an schönen Orten haben.
Ach ja, zu Bidderosa: schön fand ich, dass dort auch Grundschüler mit dem Bus ankamen, die dort auf Wanderschaft gingen und bestimmt auch den bunten Bauch bzw. die rosa Flügelunterseite der Flamingos gesehen haben, die über das Gebiet geflogen sind. Sehr schön. Und da duftet es so was von brombeerig nach Pinien! Wir haben nur den Tagesfußgängerpreis bezahlen müssen, also insgesamt 4,- Euro für 4 Personen und Räder.
Mittlerweile gibt es an der 3. Bucht eine "bar", die eigentlich ein Imbisswagen ist. Allerdings alles solarbetrieben und mit einigen Tischen und Bänken unter den Pinien zum Eis, Chips, Panini essen oder Caffé trinken.
Berchida wollte ich gerne für ein mir noch nicht bekanntes Forumsmitglied auf dem Rückweg bei Su Meriacru Lavendelhonig kaufen, aber meine Familie hat mich zum Weiterfahren GEZWUNGEN, weil es Sonntag und Mittagszeit war und die halbe Region an diesem Tag dort wohl zum Essen verabredet war, so dass niemand gewillt war, anzuhalten.
Tut mir leid, aber ich habe an Dich gedacht :).
Ah, was auch lustig war, waren die unzähligen weißen Kühe am Strand von Berchida. Von weitem habe ich sie erst gar nicht gesehen, sahen mächtig nach Felsen aus.
Sie waren echt gelassen und haben sich nicht gerührt. Auch später am Morgen nicht, als dann mehrere Familien und Strandläufer mit den Kameras kamen und sich teilweise direkt vor die liegenden Kühe gestellt haben um ja auch jedes Haar im Nasenloch fotografieren zu können, sind sie ruhig geblieben. Gott sei Dank.
Mein Sohn meinte bezüglich der Farbe und des Standortes der Kühe: "kein Wunder, das die Butter hier so aussieht und schmeckt."
Ich pausiere jetzt mal beim Schreiben, damit Ihr noch hinterherkommt und ich außerdem meinen Sohn vom Nachmittagsunterricht holen kann - und das am ersten Schultag.
Urlaub haben ist ja schon schön :).
Ich freue mich zumindest, dass wir jetzt noch den ganzen Sommer vor uns haben und wir seit unserer Rückkehr am Freitag abend eigentlich mindestens 2 mal täglich bei unserer Lieblingseisdiele sitzen.
Für sie haben wir übrigens Pasticcini von der Fruttosa mitgebracht und sie haben alles abends um 23.00 Uhr weggeschmauchelt, obwohl sie es erst zum Frühstück am Sonntag aufheben wollten.
Aber wer kann schon einem Stück Sardiniens widerstehen?
Viele Grüße
 
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