Region verpachtet unbestelltes Land an junge Leute
700 ha unbewirtschaftes Land will die Region zu einem symbolischen Preis an junge Leute bis 40 J. verpachten. Ziel ist die Förderung der Landwirtschaft u. die Arbeitsmöglichkeiten junger Leute (La Nuova, 13.4.16).
Eine gute Initiative, leider viel zu wenig Fläche!
 
Mit der Verpachtung auch nur zu einem symbolischen Preis ist es nicht getan. Das Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung zu haben, ist das Eine, es müssen noch andere Voraussetzungen gegeben sein, z.B. Möglichkeit der Bewässerung und eben schweres Gerät für die Rodung, Entfernung von Felsbrocken und Steinen etc. Will die Region auch finanzielle Starthilfe leisten? Wenn nicht, bleibt die ganze Initiative symbolisch, könnte ich mir vorstellen.
 
Zuletzt geändert:
Vielleicht wird die Fläche erweitert, wenn sich entsprechende viele Bewerber finden???
 
Ich bin gespannt, ob sich überhaupt genügend Leute für diese begrenzte freigegebene Fläche melden. Man kann verstärkt feststellen, dass die jungen Leute überhaupt "keinen Bock" auf Landwirtschaft und Vieh haben. Viele junge Männer weigern sich, in den Bergen das Vieh zu hüten und zu versorgen, sie wollen nicht mehr Hirten oder Bauern sein, wie ihre Väter.

Günther, halt uns auf dem Laufenden, wie die Sache weiter geht.
 
und wenn das Land nicht perfekt mit dem Auto erreichbar ist haben junge und auch ältere Sarden zusätzlich zu dem wenigen Bock auf Landwirtschaft noch weniger Bock auf Landwirtschaft... bin etwas berühmt hier im Dorf, weil ich den Garten, der mir durch glückliche Zustände zugekommen ist, selbst gerodet hab zwei Winter lang und jetzt meinen Jahresbedarf an Gemüse locker dort erwirtschafte, auch ohne eigenen Brunnen und Autozufahrt und Motorfräse. Würde hier kaum einer machen. Ist ne andere Mentalität.

Bin auch gespannt auf die weiteren Infos zur Sache.
 
... sie wollen nicht mehr Hirten oder Bauern sein, wie ihre Väter.

Dabei geht doch wirklich nichts über einen phantastischen sardischen Pecorino!!! Wurde mir gerade gestern wieder zu einem gesalzenen Preis geliefert! Bei uns hier in der benachbarten Pfalz werden jetzt auch wieder immer mehr junge Leute Winzer. Das ist auch ein Knochenjob. Für Rieslinge aus Steillagen werden mittlerweile Spitzenpreise gezahlt. Und dabei dachte man vor ein paar Jahren noch, dass der Weinbau sich hier immer weiter selbst reduziert (mangels Nachwuchs).

Man muss die Chancen, die sich einem bieten, halt auch erkennen und ergreifen. Die Euros kommen halt leider nicht vom Himmel gefallen. Ist halt immer alles irgendwo mit Müh' und Arbeit verbunden ...
 
ha joo, doch doch, des wärs!! Da würd der echte Pioniergeist florieren ;-)
An Haufe schwäbische Schtückle auf der Insel, neues Leben in den verwilderten Gärten und Olivenhainen, eine wahre Freude!!!

I dät des toll finda :D
 
Das glaub ich dir SOFORT @corona niedda , dass dir das gefallen würde ...
Und das wäre für die Insel ja wahrscheinlich noch nicht einmal schlecht, so ein bisschen schwäbisches Know-How!
 
Die Schwabenpower hier in Villa San Pietro bringt die sardischen Nachbarn schon immer wieder zum Staunen!
S' wird halt g'schafft ond net blos g'wätzt!
Ciao (oder ade)
Jürgen
 
Oh neee, wo ich doch immer nach Sardinien vor der Schwabenpower fliehe :rolleyes: Sardinien soll mein Zufluchtsort bleiben! Forever!
 
ich proklamiere dir eine schwaben-freie Zone für das Gebiet mittlerer Westen:
zwischen Torre Ischia Ruggia und Torre Foghe gibts nur romantische Steilküste. Ich war da mal spazieren, bin dann aber wieder umgedreht: weil, da lebt eine Wildziegenherde mit zwei enormen Böcken. Und mit denen wollte ich nun keine Revierstreitigkeiten austragen, so mit dem Abgrund direkt zu meiner Linken...
also: da geh nicht mal ich spazieren. Und die Ziegen schwätza definitiv kein Schwäbisch :D
 
"Unbewirtschaftest Land" soll heißen nicht mehr bewirtschaftetes, also aufgelassenes Land. Die Voraussetzungen für Landwirtschaft sollten also gegeben sein. Und die jungen Leute sind nicht alle gleich ("Null Bock"), sonst wäre ja im letzten Jahr auf Sardinien die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft nicht um 25,9 % gestiegen.
 
wie gesagt, bin gespannt...
Die Zahl der Beschäftigten ist um 25.9 Prozent gestiegen? Was für Arbeitsplätze sind das, lässt sich das irgendwie herausfinden?
Sind das Helfer bei der Artischockenernte, die zweieinhalb Monate im Jahr arbeiten für einen jämmerlichen Stundenlohn? Und welcher Landwirt kann sich gestiegene Lohnkosten für mehr Personal leisten? Die knabbern oft selbst am Existenzminimum. Zumindest die, die nicht zu den Grossunternehmern gehören. Ich glaube nur den Statistiken, die ich selbst gefälscht habe...

Aufgelassenes Land... da gibts ne Menge hier in der Gegend. Aufgelassene Olivenhaine, komplett überwuchert mit dem sogenannten filuferru, also nicht den zum Trinken, sondern den mit den sauharten dornigen Ranken... da hält sich die Zahl der Interessenten sehr in Grenzen. Denn das kannst du abfackeln, wenns schnell gehen soll. Oder halt wochen- und monatelang roden.
 
ja dann, das lässt hoffen dass wir von diesem Boom auch live etwas zu spüren bekommen.
Es ist da auch die Rede von vielen jungen neuen landwirtschaftlichen Betrieben, die sich erstmal verschulden müssen um an Land zu kommen... wenns dann mit dem Einkommen dauerhaft nicht so läuft kann das kritisch werden. Ist etwas Teil der hiesigen Mentalität, erstmal euphorisch was anzufangen und nach einem Jahr fängt die Krise an...
aber sind wir mal hoffnungsfroh, dass eine Menge umweltbewusster motivierter junger Leute die sardische Landwirtschaft beleben.
 
In diesem Artikel finde ich die Geschichte von Daniela bemerkenswert. Nach ihrem Studium wählt sie das Leben als Bäuerin, geht eigene Wege. Sie sagt einen für mich bemerkenswerten Satz "Poi l’ossessione del posto fisso aveva ucciso la creatività dei giovani». Die Besessenheit nach einem festen Arbeitsplatz hat die Kreativität der jungen Menschen getötet".
 
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