Rezepte Panadas? --> Gefüllte Teigtaschen

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(Beitrag aus dem alten Forum übernommen)
Autor: Chaosgoettin
Datum: 31.07.09 00:09

Hallo meine Lieben,
ich habe auf Sardinien etwas im restaurant gegessen, was Panadas hieß.
Es hat nur gering was mit den Empanadas zu tun, die es im südamerikanischen Bereich gibt, hat aber wohl irgendwie schon was davon.
Der restaurantbesitzer sagte mir, es sei eine sardische Spezialität, aber ich finde absolut nichts darüber. Kann mir einer helfen? Am Besten mit einem Rezept? Hier eine kleine Erklärung:
Die deutsche Übersetzung bedeutete, es seien frittierte Ravioli. Raviolis aber waren es nicht. Es sah eher aus wie eine Pastete, eine Teigtasche mit Hackflöeischfüllung und frittiert. Es war rund und hatte einen Deckel quasi, also nicht so geklappt wie die Empanadas...
Kann mir irgendwer bitte bitte helfen? Vielen lieben Dank, Cecilia
 
Autor: Inselralf1
Datum: 31.07.09 13:17

Liebe Cecilia,

Panadas sind in der Tat so etwas wie gefüllte Teigtaschen bzw. Pastetentörtchen, werden aber gewöhnlich nicht frittiert, sondern im Ofen gegart.

Folgendes Rezept habe ich schon probiert und für gut befunden (ist allerdings nicht mit Hackfleisch):

Teig: Hartweizenmehl/Schmalz/Salz/Wasser ( 1 Stunde Ruhezeit)

Die Füllung (Schweinefiletstücke/Speck/Saubohnen/Artischockenherzen/getrocknete Tomaten/Möhre/Sellerie/Zwiebel/Knoblauch/Petersilie/Weisswein/Olivenöl/Pfeffer/Salz/andere Gewürze) wird in der Pfanne vorbereitet (1/4 Stunde).

Teig 2mm dick ausrollen und 12 cm-Kreise ausstechen. Füllung verteilen, 10 cm-Teigkreis oben drauf, Teigränder zusammenpappen, und ab in den Ofen für 20 Minuten. Mit Eigelb bestreichen und noch mal ein paar Minuten in den Ofen. Dazu, natürlich, ein Roter aus Sardinien - vielleicht der Cabirol von der Cantina Santa Maria La Palma in der Nähe Algheros (der Wein ist ein Alghero Rosso).

Mahlzeit, buon appetito und salute

Inselralf1
 
Autor: Chaosgoettin
Datum: 01.08.09 23:23

Hallo ihr Beiden,
vielen Dank erstmal an euch für eure Hilfe.
@Sardinista
Sebadas/Seadas sind es nicht, die sind ja süß. Allerdings habe ich in den Rezepten gesehen, dass es mit Ricotta gemacht wird, im Restaurant stand auf der Karte, dass es mit Pecorino ist. Schmeckte eigentlich auch danach. Gibts da regionale Unterschiede?

@Inselrafl
Das Rezept klingt nicht schlecht, das werde ich definitiv mal ausprobieren!
Der Restaurantleiter sagte mir jedenfalls, sie seien frittiert worden, sah danach aus und schmeckte so. Eventuell war dies eine abgewandelte, eigene Kreation von diesen Padanas?

Liebste Grüße, Cecilia
 
Autor: Christine Sperling
Datum: 02.08.09 09:20

Panada

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Das typische Gericht aus Assemini ist eine entweder mit Lammfleisch und Kartoffeln, oder Aal und trockenen Tomaten gefüllte Pastete aus Blätterteig. Eine Variante dieses leckeren Gerichts sind die sogenannten mit Fleisch gefüllten Panadas aus Oschiri, Berchidda und Pattada.
Die schon im 15.Jahrhundert bekannten Panadas wurden von Pietro IV d'Aragona Empanadas genannt; im Verlauf der Zeit hat die Füllung eine Transformation erfahren: ursprünglich bestand die Füllung aus einem einzigen mit Öl, Petersilie, Pfeffer und Knoblauch zubereiteten Stück Aal; erst später verbreitete sich die Füllung mit Lammfleisch, die scheinbar den Geschmack der Pastete verstärkte. Heute sind Aale und Lammfleisch die charakteristischen Füllungen dieses Gerichts, aber auch vegetarische Varianten mit schmackhaften Erbsen, Artischocken und Tomaten sind hinzugekommen.

Die aus Nudelteig bestehende Außenhülle wird zubereitet, indem man Mehl und Hartweizengrieß mit Schmalz, lauwarmem Wasser und etwas Salz zu einem Teig verarbeitet. Die Masse wird so lange geknetet bis ein glatter Teig entsteht, der dann ca. zwei Stunden ruhen muss. In der Zwischenzeit wird die Füllung vorbereitet: im Falle einer Aalfüllung werden die Aale geputzt und in Stücke zerschnitten, dann werden Petersilie und zerhackte, getrocknete Tomaten hinzugegeben; für die Lammfleischfüllung wird das Lammfleisch in kleine Stücke geschnitten, dann werden in Würfel geschnittene Kartoffeln und Knoblauch, als Alternative auch gekochte Erbsen, hinzugefügt. Nachdem zwei Stunden vergangen sind, wird der Teig mit einem Nudelholz in verschieden dicke Scheiben ausgerollt: die dickste Scheibe (ca. 35 mm) dient als Boden, die dünnere Scheibe dient als Deckel.

Der Bodenteig wird auf ein Backblech mit hohem Rand gelegt und mit der Füllung belegt, gesalzen und geölt. Dann wird das ganze mit der zweiten Teigscheibe zugedeckt und per Hand sorgsam der charakteristische zopfähnliche Rand geformt, indem die beiden Teigscheiben zwischen Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt werden. Die Panada aus Assemini wird im Ofen bei ca. 150°C zwei Stunden gebacken, bei der Panada mit Aal dauert es etwas weniger. Die kleineren Panadas aus Oschiri werden auch als Zwischenmahlzeit verwendet, und haben bei 200°C eine Backzeit von 20 Minuten.

Quelle :
http://www.sardegnaturismo.it/index.php?xsl=87&s=11458&v=2&c=3671&t=1
 
Autor: Chaosgoettin
Datum: 04.08.09 18:58

Das klingt ja toll, die Geschichte sogar noch dazu :D
Vielen Dank Christine! Google hat mir leider nur was über pandabären ausgespuckt^^
Evtl wars auch Lammfleisch, allerdings muss das dann trotzdem ziemlich klein geschnipselt worden sein, habe einfach nur damit gerechnet, dass es Hack war. Welches Fleisch es ist, wusste ich auch nicht. Hätte ich gewusst, es ist Lamm drin, hätt ichs wohl net bestellt, man macht immer wieder neue Erfahrungen, Lamm kann also vorzüglichst schmecken :)

Liebe Grüße, Cecilia
 
Autor: Hoffi
Datum: 09.08.09 18:59

Hallo Chaosgoettin,

falls Du Ende August auf Sardinien bist, dann besuche doch die Sagra della Panada in Oschiri (auf halber Strecke zwischen Olbia und Sassari). Dort kannst Du kostenlos diese Spezialität genießen und Dir bei interessantem Rahmenprogramm auch noch einen schönen Abend machen.

Klaus
 
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