Nuoro - Trenitalia und die unzureichenden Verbindungen

Beppe

Sehr aktives Mitglied
Nuoro - Trenitalia und die unzureichenden Verbindungen.

aus der Unione Sarda von heute:
Der Appell an Europa: "Interventionen jetzt!".
Der Bürgermeister von Nuoro - Soddu - weist auf das Fehlen eines schnellen Eisenbahnnetzes hin:
"Es ist ein Hindernis für das Wachstum des Gebiets". (wobei anzumerken ist, daß ich selten gehört habe, daß Kinder vornehmlich in Eisenbahnwaggons gezeugt werden!)

Nuoro und Trenitalia haben noch keine gemeinsame Basis gefunden
Dazu würde aber sicherlich nicht nur die Stadt Nuoro und Trenitalia gehören, sondern sicherlich auch die ganze Region sowie die beteiligten Privatparteien über deren Gebiet evtl. eine Eisenbahnlinie laufen würde. Allein die entsprechende Planung, 'Verkauf, Enteignung und Umwidmung' von Gebieten könnte m.E. mehrere Jahrzehnte betragen.

Wie der Bürgermeister von Nuoro feststellt, ist diese nach wie vor die einzige Provinzhauptstadt Italiens, die nicht an eine Bahnlinie angeschlossen ist. Die Stadt braucht schnelle Verbindungen", fordert Bürgermeister Andrea Soddu und wendet sich mit einem Schreiben an das Europäische Parlament, "damit der Plan für die großen Bauvorhaben den Bau einer normalspurigen Eisenbahnlinie (derzeit führt nur eine Schmalspurbahn durch die Stadt) vorsieht, die die Hauptstadt der Barbagia mit den bestehenden Strecken verbindet.

Die Botschaft ist an die EU-Kommissarin für Verkehr, Adina Ioana Vălean, und an die Präsidentin der Kommission für Verkehr und Tourismus, Karima Delli, gerichtet und um ein Treffen bittet, um die schwerwiegende infrastrukturelle Lücke zu verdeutlichen, die für Zentralsardinien charakteristisch ist, sowie die Vorteile zu verdeutlichen, die die Arbeiten einem Gebiet bringen würden, das derzeit von schnellen Verbindungen abgeschnitten ist und daher im Personen- und Warenverkehr benachteiligt ist, was sich auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung auswirkt.

Käme umgekehrt eine Entscheidung aus Brüssel, dann würde es in Nuoro sicherlich heissen, daß man sich in den inselinneren Entscheidungsprozess von Nuoro eingemischt sieht.

"Einer der Faktoren, die das Wachstum des Gebiets am meisten behindern", schreibt Soddu, "ist das Fehlen eines wesentlichen öffentlichen Logistikdienstes wie eines schnellen Eisenbahnnetzes, das für das Leben der Gemeinden, ihr Wohlergehen und ihre Entwicklung unerlässlich ist. Ein wesentlich öffentlicher Logistikdienst ist nicht nur auf ein Eisenbahnnetz begrenzt, sondern hier sind auch mannigfaltige alternative Dienste denkbar.

Der erste Bürger erklärt auch seine Entscheidung, sich zu diesem Thema an die höchste europäische Institution zu wenden: "Als europäische Bürger sehen wir unser Recht auf Mobilität mit allem, was dies mit sich bringt, verletzt.

Interessant ist wiederum mal wieder die Argumentation:
Man sieht das vorgebliche Recht auf Mobilität verletzt. Für die Wahrung der "inneren Inselmobilität" wird wohl nunmehr die EU herangezogen. Ich bin es ziemlich satt, mit diesem exklusiven sardischen Kontinuitätsgehabe. Als ob diese Kontinuität ein ureigenes Menschenrecht sei. Neben der Cittadanza Italiana (dem Bürgergeld), wird sich wohl in Zukunft noch für die Inselbewohner die zusätzliche "Isuledda EU" kreieren lassen, wobei dann jeder Inselbewohner grundsätzlich ein Inselbewohnerentgeld i.H.v. € 1.000,-- pro Monat von der EU bekommt.

Es ist ein Thema, das wir immer im Auge behalten müssen, eine Forderung, die wir als Gebietshauptstadt der Region verfolgen müssen. Ich werde an jeden appellieren, der die Macht hat, zu intervenieren, um diese inakzeptable Situation zu lösen, denn unsere Zukunft hängt davon ab".

Interessant ist, wie anscheinend dieser Soddu mit Scheuklappen ausgestattet ist. Schaffen es weder Trenitalia noch die Region, das bestehende Eisenbahnnetz zu warten, zu pflegen und auszubauen, sondern im Gegenteil, teilweise einzustellen und sogar wieder zurückzubauen. Offensichtlich besteht z.Zt. weder regionalpolitisch noch bei Trenitalia der Sinn nach einer Systemvergrößerung bzw. Ausbau des Eisenbahnnetzes.

Quelle:
 
Zuletzt geändert:
Für die Wahrung der "inneren Inselmobilität" wird wohl nunmehr die EU herangezogen. Ich bin es ziemlich satt, mit diesem exklusiven sardischen Kontinuitätsgehabe. Als ob diese Kontinuität ein ureigenes Menschenrecht sei.
Das Recht auf "continuità territoriale Sardegna" ist kein ureigenstes Menschenrecht, aber ein verbrieftes Recht der Inselbewohner, jederzeit mit ihrem Mutterland verbunden zu sein. Daher das "Gehabe". Ein sardischer Freund sagte mir dazu, wenn auch augenzwinkernd "il mare non è colpa mia" - das Meer ist nicht meine Schuld ;)
 
@Georgie

die Frage ist: Läßt sich die "innere Verkehrsstruktur der Insel" noch im weitesten Sinne unter der Begrifflichkeit der Kontinuität i.S.d. EU subsumieren bzw. fällt sowas noch darunter?
 
Nein, fällt wahrscheinlich nicht darunter, habe ich nur erwähnt als Erklärung, woher dieses von Dir erwähnte "sardische Kontinuitätsgehabe" kommt und was dieser Begriff bedeutet. Das weiß vielleicht nicht jeder hier.
 
@Georgie

wenn's denn nicht darunter fällt, dann hat dieser Soddu sein Anliegen wohl völlig bei den falschen Adressaten vorgebracht und er darf seine bereits angedachte Frühjahrsreise nach Brüssel bzw. Straßburg auf 'Staatskosten' annullieren. Schade für ihn, hätte so ein schöner, preiswerter Frühjahrsausflug werden können.
 
Zuletzt geändert:
Das beste Eisenbahnnetz wird der Insel nichts bringen, weil es an deren Häfen endet. Einen Umschlag von Schienenfahrzeugen, z. B. in Golfo Aranci, habe ich die letzten 10 Jahre nicht mehr gesehen.
 
der Umschlag von Schienenfahrzeugen vermindert die Transportkapazitäten auf den Schiffen um weit mehr als >50%.
 
Eben! Das Regelwerk im Eisenbahnwesen, z. B. Gleisabstände, wird wahrscheinlich auch auf Schiffen zum Tragen kommen. LKW's u. Trailer lassen sich da natürlich besser stauen.
 
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