letzter Teil des Endlosreiseberichts

giovanina

Sehr aktives Mitglied
So,
die letzten 5 Tage haben wir uns für den Camping Nurapolis entschieden. Trotz unmöglicher Waschhäuser - das rosane ist das Neuste und auch wirklich o.k. Aber je nach dem wo man sein Zelt stehen hat, nimmt man dann doch den Zustand des näheren Waschhauses einfach so hin - wenn man kann.
Wir konnten und haben uns bewußt dafür entschieden. Unsere Kinder haben so viel schöne Erinnerungen an diesen CP gehabt und er sollte es sein.
Als wir am 02. September dort ankamen, fanden wir ihn schon relativ leer vor. Sehr schön in unseren Augen.
Luftig und duftig. Der von uns erhoffte Platz war frei, wir waren happy.
Leider blies ab nun der Maestrale und es wurde ziemlich kühl. Die Fleecejacken wurden das erste mal im Urlaub ausgepackt. Schon verrückt, wenn man überlegt, dass wir die Woche zuvor vor Hitze kaum schlafen konnten. Nun habe ich nachts kaum geschlafen, weil der Wind so dermaßen laut war und das Meer zu einem Getöse anschwoll.... Gefühlt ist das Meer nachts immer weiter ans Zelt gerollt.
Morgens bin ich gleich zum Meer gehuscht und es war unglaublich windig und sandkratzig. Sich´s im schönen Sand gemütlich machen ging gar nicht. Tja, nun war es kühler und so gar nicht freundlich.
Der Maestrale - so sagt man - bleibt oft 3 Tage. Der Wind zerrt nicht nur an Haaren, Zelt und Wäsche, sondern auch an den Nerven. Er zermürbt einen manchmal ebenso wie zu große Hitze.
Am Strand von mesa longa war überhaupt nichts los. Die paar Menschen, die dort waren, sind wieder abgezogen. Strand und Meer waren überzogen von Quallenteppichen. Ich habe noch nie so viele Quallen am Strand und im Meer gesehen und auch mesa longa habe ich noch nie mit Quallen gesehen. Gar nicht.
In Putzu Idu sah es ganz anders aus. Dort waren die Boote an anderer Stelle vertäut und das Seegras schwappte als dunkle, dicke Masse an den Strand und hinterließ dort hohe Berge. Echt richtig heftig.
Genau diese beiden Strände haben wir immer absolut ruhig und blau erlebt. Auch bei Sturm.
Aber es ist auch genau das, was ich an der Insel mag. Immer wieder überrascht sie einen und immer wieder heißt es, sich neu einzulassen. Und man kann allem etwas gutes abgewinnen und neu entdecken.
So haben wir an beiden Stränden dieses mal die Zeit anders verbracht: am mesa longa angetriebenes Strandgut (es gab nicht nur Quallen, sondern viel Plastikmüll) verbaut und am Strand von Putzu Idu, der durch den Wind und die Wellen einen ganz festen, breiten Sandboden hatte, haben wir "gemalt". Riesige Bilder. War schön, sehr schön. Und es sind total viele junge Wellenreiter mit Rädern und ihren Brettern unterm Arm an uns vorbei geradelt. War auch ein schöner Anblick.
Der Maestrale hat schon nach 2 Tagen aufgehört und wir hatten wieder sehr schöne Wellentage am Nurapolis.
Ein Ausflug nach Mari Ermi ist für uns auch ein Muss. Er ist ein Strand, an dem unsere Kinder immer, wirklich immer nur friedlich sind und die meiste Zeit zusammen spielend im Wasser sind. Erstaunlich, aber ist so.
In Oristano haben wir ja letztes Jahr die megaleckere Eisdiele Barbargelato entdeckt. Nun hat der Betreiber schräg gegenüber, über die Straße, einen Imbiss namens "Mr. Crunch" aufgemacht (Via Figoli 4).
Es nennt sich panineria, insalateria, sandwicheria. Dort gibt es aus möglichst frischen, wenn möglich sogar in Bioqualität verschiedene Panini (aus versch. Getreide), Tramezzini, die man aussuchen oder nach Wunsch belegen lassen kann. Auch die verschiedenen Soßen kann man wählen. Dazu Salat zum Selbstzusammenstellen. Toll.
Was vor allem mir und meiner Tochter extrem gut gefallen hat, war eine passeggiata al cavallo!
Da sie reitet und vor 2 Jahren schon dort geritten ist, waren wir überaus erfreut, das Davide immer noch bzw. wieder seine Pferde zwischen den zwei Campingplätzen Nurapolis und Is Arenas hat.
Diese Bilder, die man da zu sehen bekommt, brennen sich ein. Der wilde Sarde schwingt sich unter Wacholderbüschen auf sein Pferd. Gesattelt mit altem weichen Leder und das Halfter um einen Ast geschlungen wie im Western.
Unsere Tochter hat ein Pferd namens Nebbia bekommen und wartet auf das Ende der Gruppe. Sie darf das Schlußlicht bilden. Ganz alleine. Das erste mal musste sie noch vorne mit Davide geführt an der Leine mitreiten. Jetzt alleine. Hey, was war sie stolz! Und die Gruppe zog los, Wind fegt und die Sonne scheint, Richtung Strand. Am Strand entlang, bis ich sie nicht mehr sehe. Ach, das war schon sehr erhebend. Eine große Tochter, die so angstfrei in der Fremde, ohne Sprachkenntnisse, mit einem fremden Pferd, einfach so am Strand lang reitet. Das sind Erlebnisse, die wir brauchen!
Den letzten Abend haben wir in S´Archittu in der letzten Pizzeria Richtung Sonnenuntergang gegessen.
Es war ein Tipp hier aus dem Forum. Vielen Dank! Bei da Rino war es toll. Ohne äußerliche Eleganz und so normal, wie der ganze Ort. Mit Einheimischen, die einfach so, wie sie sind, essen gehen und sich freuen. So wie wir.
Vielen Dank an Euch Mitleser und an die Insel und alles, was sie uns gegeben hat.
Wir wollen sehr gerne wiederkommen können.
Giovanina

_33_00070.jpg

_16_00053.jpg

__3_00004.jpg
 

giovanina

Sehr aktives Mitglied
Hallo Feuerpferd,
im zweiten Teil meines Reiseberichtes (oder im 3.?) habe ich vom b & b amalfatah geschrieben. Auf dem sehr abenteuerlichen Weg dort hoch kam auf der Hälfte des Weges dieses verheißungsvolles Schild. Es hat uns die unglaubliche Spannung für kurze Zeit genommen und es war eine Vorahnung für die Nacht. Und in der Nacht sind dann auch tatsächlich die Sternschnuppen gesaust! Wunderwunderschön dort.
Giovanina
 

giovanina

Sehr aktives Mitglied
Tja Johannes,
irgendwann muss ich ja auch meinen "häuslichen Pflichten" nachkommen und das "in Gedanken im Urlaub sein" muss leider aufhören.
Auch arbeiten muss ich wieder fleißig, damit ich nächstes Jahr wieder in den Urlaub fahren kann.
Mal sehen, wie wir dann fahren. Ob mit Campingbus oder ob wir uns zwei bis drei Ferienwohnungen/-häuser mieten :)?
Eben habe ich die letzte Urlaubswäsche gewaschen. Und bei jedem Stück, das in die Waschmaschine wandert, erfüllt mich ein Wehmut, weil alles vorbei ist und aller Urlaub hinausgewaschen wird - aber auch eine kleine Erinnerungsfreude.
Viele Grüße und noch mal Danke für die rege "Anteilnahme" an meinen Berichten.

_14_00015.jpg
Giovanina
 
Anzeige

Themen mit ähnl. Begriffen

Top