Köln - Genua mit dem Auto.

aletan

Mitglied
Hallo zusammen,

wir (=2 Erw. + 1 Kind) fahren dieses Jahr zum ersten mal nach Sardinien. Wir haben beschlossen mit dem eigenen Auto anzureisen und da das nicht gerade eine kurze Strecke ist und mir als Fahrer einwenig die Erfahrung mit dieser Strecke fehlt, wollte ich an dieser Stelle ein paar Fragen loswerden.

Wir hatten vor den Weg (knapp 1000 km.) in einem Rutsch zu bewältigen und die Nachtfähre von Genua nach Olbia zu nehmen (Abfahrt 22:00). Wie lange fährt man für gewöhnlich von Köln nach Genua? Reichen 11-12 Stunden aus? Reicht es von der Zeit her, wenn wir um 8 Uhr losfahren? Da wir am Freitag (22.06) losfahren wollten, mache ich mir einwenig sorgen wegen der Staus.

Wann sollte man am Besten in Genua sein, damit das auch mit der Fähre klappt?

Für Tipps wären wir sehr dankbar,

Grüße

Aletan.
 

HansP1

Sehr aktives Mitglied
Hallo Aletan,
ich lege Dir mal folgenden Beitrag ans Herz.
http://www.sardinienforum.de/threads/autofahrt-nach-sardinien.1096/

Ich persönlich bin kein Freund von solchen Aktionen, es sind einfach Unwägbarkeiten auf der Strecke.
Wir haben bis Genua weniger als 700 Km Km und fahren nur wenn es absolut sein muss in einem Rutsch.
Frag mal Deinen Routenplaner und dann legst Du noch 4 Std drauf und dann wirds schon gehen.
Unser DolceVita hatte da mal einen schönen Bericht geschrieben, wie er auf dem letzten Drücker eine Fähre erwischt hat, finde ich jetzt nicht. Dolce........... wo isser.

Hans
 
Grundsätzlich würde ich nach jetzt 30 Jahren Erfahrung zu "in einem Rutsch" nicht raten, zumal mit einem Kind! Es kann immer was dazwischen kommen: Stundenlanger Stau am Gotthard (im Tunnel bin ich auch schon einmal liegen geblieben, nicht erfreulich). Und wenn ihr die Fähre verpasst, ist erstmal Sense.

Wir haben oft in der Schweiz am Vierwaldstätter See übernachtet, dann hatte man von Mainz schon gut die Hälfte. Die Pension Rigi liegt in Beckenried, kein Luxus, aber ruhig u. sauber, u. für Schweizer Verhältnisse preiswert (Fam. Stindt-Rüttimann, Tel. 041-416201251). Sehr gutes Frühstück! Die Wirtin beobachtet die Verkehrslage am Gotthard u. informiert rechtzeitig. Und im Sommer kann man ja über den Pass fahren, sehr schön, u. die Straße ist nicht so kriminell wie man meinen könnte.

Die letzten Jahre haben wir uns dann den Mailänder Ring erspart u. sind die alternative Autobahn gefahren: Von der A 2 bei Bellinzona-Süd abfahren Richtung Locarno, dann ca. 50 Km. Uferstraße am Lago Maggiore entlang (in Cannobio kann man gut essen), dann hinter Verbania (da gibt's an der Ortsausfahrt rechts einen Lidl, wenn ihr noch für die Fähre einkaufen wollt) die A 33 Richtung Genua.

Grüße von der Insel,

Günther
 

HansP1

Sehr aktives Mitglied
Ja der Günther, sag ich doch wie kann man über Mailand fahren, aber ich red da immer gegen die Wand.
 

aletan

Mitglied
Ok, ich werde eurem Rat folgen und einen Zwischenstopp einlegen. Vielen Dank für eure Tipps! Die Pension Rigi sieht sehr gut aus, die Preise sind auch ok. Lieber einen Zwischenstopp einlegen, als die Fähre verpassen, das stimmt schon.
 

Chefkoch

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

wir sind immer in einem Rutsch gefahren, aus dem nördlichen NRW auch mit Kindern. Ich würde früher losfahren, so zwischen 5 und 6 Uhr, dann hast du in der Regel keine Staus. Wenn die Schweiz erreicht ist, Verkehrsfunk anmachen und den Gotthard beobachten. Bei Stau über den Pass oder gleich runter zum Genfer See und durch den St. Bernhardtunnel. Der kostet, aber die Strecke nach und ab Aosta ist oft ziemlich unbefahren und eine der besten Autobahnen in Italien. Bequem geht es nach Genua. Unterwegs kann man im Piemont noch lecker Mittagessen.

Übrigens sind wir mal im Sommer nach Ausgabe der Schulzeugnisse erst gegen 10 Uhr los und dann auch noch bis Livorno, weil die Fähre um 23:30 erst ablegte, Livorno erreichten wir gegen 10 Uhr, inklusive Mittagspause und ein kleiner Stau im Tessin. Und die Strecke hat von uns 1250km. Also Köln-Genua am Stück ist eigentlich kein Problem.
Chefkoch
 
Na ja, jeder hat so seine eigenen Erfahrungen u. unterschiedliche Risikobereitschaft. Vor einigen Jahren war vor dem Gotthard-Tunnel ein Stau bis runter vor dem Seelisbertunnel (9,5 km) am Vierwaldstättersee. Um durch diesen Tunnel zu kommen, habe ich gut 2 Std. gebraucht. Es gibt keinen anderen Weg, um danach auf die Landstraße zum Gotthard-Pass abzufahren.
Und solche Staus gibt es nicht nur einmal alle 10 Jahre, sondern im Sommer regelmäßig.

Aletan: Habe noch vergessen: In Beckenried könnt ihr am nächsten Morgen mit dem Lift auf die Klewenalp fahren, da oben ist ein kleiner Zoo, unser Sohn war damals ganz begeistert. Oder eine kleine Tour mit dem Raddampfer.
 

aletan

Mitglied
@Chefkoch: danke für deinen Bericht. Wir sind zu gemütlich, um so früh loszufahren ;) Der Kleine ist zu nichts zu gebrauchen, wenn er nicht bis 7-8 Uhr geschlafen hat und ich vertrage keine Fahrten Nachts bzw.so früh morgens, wenn es noch dunkel ist. Und wenn unterwegs wirklich mal was unvorhergesehenes passiert, dann hat man unter Umständen die Fähre verpasst und somit sehr viel Geld in den Sand gesetzt. Zurück fahren wir die Strecke am Stück, das ist dann kein Problem, da die Fähre Olbia-Genua um 7:30 in Genua ankommt.

@Su Corvo: Danke für den Tipp, von dem Zoo wusste ich nichts. Über den See bin ich aber schon mal geschippert. Wie ist es denn deiner Erfahrung nach mit der Pension, wie früh sollte man da ein Zimmer buchen?
 
Im Sommer (wie im Winter) kann es voll sein, die Pension ist klein, also schon mal anrufen.
Zum Abendessen gingen wir meist in den Adler, kl. Restaurant in der Nähe vom Rigi, Richtung Ortsmitte auf der rechten Seite.
 

stammi bene

Sehr aktives Mitglied
Ja der Günther, sag ich doch wie kann man über Mailand fahren, aber ich red da immer gegen die Wand.
Was ist gegen Milano zu sagen ? Ich fahr immer Milano und hatte nie Stau oder anderen Schmu. Wir fahren so gegen 4 am ab, da haben wir den deutschen Stau vorgefahren. Wichtig ist entspannt und Pausen machen.

Dolce ? Warum soll man denn von Köln nach Frankfurt fahren ?
 

Mario

Sehr aktives Mitglied
Dolce, eine Frage. Fährt der Autozug nach Alessandria durch oder hält er zwischendurch in
anderen Städten um weitere Passagiere und Autos aufzunehmen?

Grüssle, Mario!
 

aletan

Mitglied
@Dolce: ich fahre die A 61, also liegt FFM nicht so wirklich auf dem Weg. Ausserdem wollte ich meiner Frau einwenig die Schweiz zeigen, sie war noch nicht da, also passt das schon :) Ich fahre gerne auto, nur nicht Nachts. Mein Wagen schluckt auch nicht so viel. Habe hier im Forum gelesen, dass der Autozug schweineteuer sein soll. Wollte gerade auf der DB-Seite nachsehen, da stand aber, dass auf unserer Verbindung bereits eine Warteliste besteht (!?!)und es wurde kein Preis angezeigt.
 

aletan

Mitglied
@dolcevita: danke für die tipps, ich finde es klasse, wie man sich hier im forum die mühe macht, anderen zu helfen.

Wir haben bereits eine Unterkunft vom 23.06 bis zum 7.07 gebucht, vom Samstag bis Samstag also, dementsprechend sind wir bei der Anreise nicht mehr soo flexibel. Und ich denke im Sommer werden die Preise wohl eher etwas höher ausfallen, als im Mai.
 

aletan

Mitglied
973€ ?!? dann werde ich ja mit meinen max. 350 € für hin und zurück incl. einmal unterwegs übernachten so einiges sparen ;)
 

Astri di Sardegna

Sehr aktives Mitglied
Wir fahren immer in einem Rutsch die Tour Düsseldorf-Genua über die Schweiz. Allerdings fahren wir schon ganz früh nachts los, so gegen 2:00 Uhr und legen viele Pausen ein. Meistens sind wir dann so gegen 14:00 Uhr in Genua und unternehmen direkt vor Ort noch ein bischen. Wir gehen dann in aller Ruhe Essen oder in Genua spazieren und Einkaufen für das Abendbrot auf der Fähre.
Die Rücktour fahren wir dann wegen unserer Produkte den viel weiteren Weg über Österreich, um uns die Zollformalitäten der Schweiz zu ersparen. Aber auch diese Tour machen wir in einem Rutsch.
 

Astri di Sardegna

Sehr aktives Mitglied
Aber die Schweiz gehört nicht zur EU. Wir sind zudem mit unseren Spezialitäten gewerblich unterwegs, und man muss zollmäßig erklären, dass es sich um EU-Ware handelt und in der Schweiz nichts verkauft wird. Dies ist mit ein wenig Aufwand verbunden, denn man muss bei Einfahrt in die Schweiz nachweisen, dass es sich um EU-Ware handelt und bei Ausfahrt der Schweiz nachweisen, dass nichts verkauft wurde in der Schweiz und zudem noch eventuell Kaution hinterlegen. Und da wir mit einem Transporter mit Werbeaufschrift unterwegs sind, werden wir natürlich immer kontrolliert.
 

stammi bene

Sehr aktives Mitglied
Genau, und dann darfst du dich noch in die Schlange von LKW einreihen und die Ladefläche öffnen und dann rennt da so ein Schweizer Käse drinnherum und verseucht den guten Pecorino mit Löchervieren und wenn du Glück hast biste nach 2-3 Stunden da rein und nach weitern 2-3 da raus. Bin ja schon froh das die meinen Umzugshänger nicht auseinanderpflücken.
 
Also, ich bin in der Schweiz Richtung Italien nur einmal kontrolliert worden, als mein damaliger Lastesel Lada Kombi voll mit Einrichtungsgegenständen für das neue Haus beladen war, darunter die komplette Sanitär-Ausstattung des Bades. Da wollte der Grenzer wissen, was "das" denn sei ... er meinte die Kloschüssel. Ich habe ihm das dann erklärt!
 

Astri di Sardegna

Sehr aktives Mitglied
Auf dem Hinweg nach Sardinien durch die Schweiz werden wir an der Grenze wegen unserer Werbeaufschrift immer kontrolliert, allerdings von den Italienern und nicht von den Schweizern.

DSC00607.JPG
 

Feuerpferd

Sehr aktives Mitglied
Ich wusste gar nicht, dass die Schweizer Ostfriesen als Grenzbeamte einsetzen :) Ihr kennt ja sicherlich den Witz, warum Ostfreisen so einen platten Hinterkopf haben. Es gibt doch hier keinen Ostfriesen, oder und wenn ja, es ist nur ein Witz und nicht meine persönliche Meinung. :cool:
 

Bea2

Sehr aktives Mitglied
aletan,
wir sind immer aus Hannover nach Genua gefahren aber nie in einem Rutsch,wegen der Fähre.
Wenn die weg ist,schwimmt dein Geld dahin.
Auf dem Rückweg haben wir es in einem Rutsch gemacht.
Es sind 1200km und dauert 10-12 Stunden.

@ Dolce mit den Schweizern ist das so eien Sache.
Peter ist mal mit dem Auto und den ganzen Geschenken(Wein,Olivenöl,Käse,Schinken,Filuferru etc)
für die Kunden in Deutschland,an der schweizer Grenze direkt umgedreht und über den Brenner gefahren,
weil sie Zoll wollten.
Ich hatte auf dem Rückweg,beim Umzugstransport, mit den Sprinter etwas viel Wein im Laderaum.
da habe ich mein charmatestes Lächeln aufgesetzt und sie haben mich durchgelassen:oops:
und dann habe ich mich verfahren,ja alle mal lachen,und habe den Umweg über Lichtenstein genommen,
noch mal 2 Grenzkontrollen.
Bea2
 
Beate,

auch wenn das herzinfarktträchtige Alter (so um die 50) bei mir ja schon vorbei ist: Diese Raserei in einem Rutsch möchte ich mir nicht mehr zumuten. Dann lieber die Pension in Beckenried, eine Wirtin, die uns seit über 20 J. kennt, und unsere Katze darf auch mit rein. Und dann der gute Wurstsalat im Adler (wenn es den noch gibt). Nur den Wein sollte man sich (u. der Wirtin) aus D. oder I. mitbringen, da zahlt man ja in CH ein Vermögen.

Wein etc. für den eigenen Verbrauch darf man übrigens in der EU u. dem EWR ohne Zoll mit sich führen.
 

Feuerpferd

Sehr aktives Mitglied
Ja, und wer kann schon ermessen, wie hoch der persönlicher Verbrauch ist.

Ich bin mal ganz spontan als Kind von Onkel und Tante nach Italien mitgenommen worden. Mein Kinderausweis ist während der Ferien abgelaufen und man war der einhelligen Meinung, dass die Reise jetzt nicht daran scheitern sollte und dass das ja nichts ausmachen würde. Aber.......man wollte mich auf dem Rückweg nicht in die Schweiz einreisen lassen. Mein Onkel hat dann auch gesagt, dass ich gar nicht einreisen, sondern nur durchreisen möchte. Es gab einen regelrechten Schlagabtausch und ich wurde auf dem Sitz schon immer kleiner und dachte, ich sehe meine Heimat nie wieder.
 

Astri di Sardegna

Sehr aktives Mitglied
Der persönliche Verbrauch von Akohol ist allerdings in der Menge genau vorgeschrieben. Alles was darüber geht muss beim Zollamt deklariert werden. Alkohol unterliegt der Verbrauchssteuer, die hier in Deutschland mit 13,03 € pro Liter reinen Alkohol (Branntwein) zu Buche schlägt.
Ebenso ist Bier von der Verbrauchssteuer betroffen.:(
Für Wein zahlt man diese Steuer zwar nicht, muss man aber trotzdem beim Zollamt melden, wenn es den persönlichen Verbrauch übersteigt / bzw. gewerblich gehandelt wird.

Natürlich sollte man nicht mit größeren Mengen an verbrauchssteuerpflichtigen Produkten, ohne entsprechende Zollpapiere insbesondere durch die Schweiz fahren. Das kann eine Menge Ärger und Kosten geben.

Aber vor einer Zollkontrolle kann man auch auf Sardinien nicht sicher sein. Wir werden aufgrund unseres auffälligen Autos schon immer vom Zoll vor der Fähre PortoTorres - Genua angehalten und es wird kurz der Wageninhalt nebst ZollPapiere gecheckt.

Aber nicht nur die Papiere für die verbrauchssteuerpflichtige Ware sind wichtig sondern insbesondere auch Papiere für die Ausfuhr der Salami und Schinken.
 
Astri,

danke für die Info, das wußte ich nicht. Bin vor Jahren mit einigen Kisten Wein über die franz.-dt. Grenze gefahren, die franz. Grenzer haben sich das angeschaut u. mich dann locker durchgewunken.
 
Juni 2010: Ganderkesee (bei Oldenburg) nach Genua mit 2 Erw + 1 halbe Portion. Alles in einem Rutsch mit gelegentlichen Raucher-/Tankpausen.
Vielen Dank nochmal an den Herrn vom ADAC der mir die super Reiseunterlagen vorbereitet hat.
Doof nur, dass die Fähre dann statt um 20 erst gegen 2400 ablegte (oder sollte sie um 22 uhr ablegen...naja, auch egal. War jedenfalls zu spät) ;-)
 
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