Frank

Sehr aktives Mitglied
Mittelmässiger Bericht , klassisches NO-Küsten Klischee , als wenn berlusconi und benigni schöne Italiener wären:D , reich ist relativ ,die Costa Smeralda gehört längst den anders Reichen , ( denen politisch diskutablen aus dem Qatar ) ...Totti&Co. ist auch sehr oft in Südsardinien im Urlaub , ...Bild 33 redet vom "sizilianischen" Schafskäse , peinlich !:eek: ,
die sogenannte Prominenz (wer sie denn braucht) ist längst auch im Süden , Tom Cruise , Brad Pitt , Abramovic usw.. u.a auch auf der kleinen Trauminsel San Pietro (Carloforte) mit ihren Yachten , geniessen hier aber noch eine gewisse Privacy...
Oder soll ich euch aufzählen wie viele VIPS wir schon ins Forte Village Resort in PULA gefahren oder ins TIMI AMA PULLMANN Resort in Villasimius , die SÜDSTRÄNDE und Traumbuchten sind mindestens genau so smaragd grün und türkis , jeder der in der Umgebung von Villasimius , Costa Rei , Santa Margherita di PULA , TUERREDDA und CHIA , Porto Pino, Sant Antioco, San Pietro war weiss das längst....(abgesehen davon dass die Südküste Sardiniens als die Nummer 1 als die nachhaltigste Küste Europas gilt ! ) , von schönen Agriturismen wimmelt es hier genauso , hinzu kommen einzigartige Tropfsteinhöhlen , riesige Waldgebiete (Sulcis/Sarrabus) mit WWF-Park und und und , und vorallem hier sind TAUSENDEe von Flamigos , die immer mehr zu werden scheinen , die wissen eben auch wo es wirklich schön ist , ....so das müsste erstmal ausreichen um "nordost-lastige" Presseberichte wieder in harmonische sardische Gleichgewicht zu bringen...:D;)

...sonnige Grüße aus Cagliari ; F.
 

KSL

Sehr aktives Mitglied
Danke für den Link. Am besten gefällt mir der Hinweis auf das ja regelmäßig unterschätzte Golfo Aranci...
 

Gianluca

Sehr aktives Mitglied
Die Promenade am Hafen in Golfo ist wirklich schön, auch die Via del Artisti die parallel verläuft, ich warte in Golfo am liebsten auf das Schiff, dort gibt es wirklich in unmittelbarer Nähe vieles zu entdecken
 

KSL

Sehr aktives Mitglied
Wenn doch endlich die Verwendung von Schweröl als Treibstoff der Fähren unterbliebe würde uns auch der Fährverkehr, der ja sowieso nicht so enorm ist, nicht stören...
 

Sabina

Sehr aktives Mitglied
Frank,
ja klasse, dass nunmehr 'Promis' und Schwerreiche immer mehr den Süden bevölkern... so bleibt die Gallura hoffentlich von denen weitgehend verschont!!!!!! ;)whistling

Das Bild von Berlusconi hätten sie sich wirklich sparen können, baaaah! und das Pony sieht auch nicht so glücklich aus;

salve
Sabine
 

KSL

Sehr aktives Mitglied
Das steht ja so auch nicht in dem Bericht, es geht um den Weg nach Porto Cervo (also die Costa Smeralda) an der Küste entlang!
 

Sbodeschuh

Sehr aktives Mitglied
Hier wird wohl die recht kleine Costa Smeralda mit der Gallura verwechselt? Seit wann gehört Golfo Aranci zur Costa Smeralda?
Na ja, gemeinhin liest man, dass die Costa Smeralda der Küstenstreifen zwischen Golfo Aranci und Porto Cervo ist....
 
Aber dieser Eindruck wird doch hier in den Beiträgen erweckt. Und Berlusconi hat mit der Costa Smeralda auch direkt nichts zu tun - La Certosa befindet sich nicht im Bereich des Konsortiums.
 

Gianluca

Sehr aktives Mitglied
Die Promenade am Hafen in Golfo ist wirklich schön, auch die Via del Artisti die parallel verläuft, ich warte in Golfo am liebsten auf das Schiff, dort gibt es wirklich in unmittelbarer Nähe vieles zu entdecken
Ich bezog mich hierbei auf das unterschätzte Golfo Aranci, was wie ich finde wirklich sehr schön ist.. die in die Medien geratene "Costa Smeralda" ansich interessiert mich Null... und die die sie besuchen noch viel weniger
 
M

Monika12

Gast
Hallo @Gianiuca:
Wenn wir im Oktober noch nicht früh einchecken können, werden wir erst mal in Golfo Aranci bleiben.
Muss dann nochmals schaun, wo wir uns den Vormittag aufhalten, bzw. parken !
Auto ist halt voll beladen.
Grüßle
 

mare

Sehr aktives Mitglied
Die Costa Smeralda ist nur ein ca. 55 Km langer Küstenstreifen, ein sehr kleiner Teil der Gallura.

Wenn man auf der Küstenstraße entlang fährt, bekommt man ziemlich genau mit, wo die Costa Smerada anfängt und wo sie endet.
Da sind am Straßenrand die bekannten großen Granitfelsen mit der Aufschrift Costa Smeralda.
Der Beginn ist damit markiert auf der SP 94 Richtung Norden kurz hinter Portisco und das Ende auf der SP 59 hinter Liscia di Vacca ....
Die Halbinsel von Golfo Aranci und auch Porto Rotondo gehören nicht zur Costa Smeralda.

Rein auf der Küstenstraße ist es vom Gefühl her nicht viel anders als auf jeder anderen Küstenstraße auf Sardinien, genauso meist an den Stränden.
Dort hat man übrigens sehr schöne Ausblicke hat und es gibt wunderschöne Buchten mit den typischen Gallura Felsen, die es aber genauso schön anderswo in der Gallura oder auch auf Maddalena gibt. Aber da trifft oder sieht man meistens keine Stars, außer evtl. von weiter Ferne ein paar Yachten, sonst eher in/bei den Luxushotels oder evtl. in Porto Cervo und auch fast nur in der Hochsaison. In der Nebensaison ist es da an der Küste ziemlich ausgestorben.

Hier wird halt mal wieder das typische Klischee bedient, dass Sardinien zunächst mit Costa Smerada, Glanz und Glamour und Berühmtheiten assoziiert wird und das wird als Aufhänger benutzt, auch wenn der Versuch gemacht wird, noch etwas mehr aufzuzeigen, aber doch oberflächlich und eigentlich größtenteils eher irreführend, oder wie sehr ihr das?
Vielleicht kann man immerhin versuchen etwas positiv zusehen, Sardinien ist dadurch im Gespräch und es werden Orte wie Golfo Arranci oder das Su Gologone (das aber ja in einer völlig anderen Ecke ist) positiv erwähnt, so dass vielleicht doch der ein oder andere neugierig wird , auch wenn fraglich ist, welches Publikum dadurch angesprochen werden soll(?)
 

Sandokan

Sehr aktives Mitglied
Die Costa Smeralda hat schon immer ein gewisses Problem gehabt sich zu erzählen und erklären und oftmals tut man ihr auch einfach nur unrecht. Vor Jahren wies ich unseren Bürgermeister Ragnedda darauf hin (2013), daß die Costa Smeralda oder Porto Cervo noch nicht mal einen Eintrag in Wikipedia hat. Warum das so ist ? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht wirklich.

Hinter der Costa Smeralda steckt die Idee eines jungen Prinzen (1962 damals 26 Jahre alt), einen sanften, nachhaltigen, respektvollen und Tourismus einzuführen. Nicht umsonst wurden erst mehrere Kläranlagen errichtet (damals die teuerste Italiens), die Infrastrukturen geschaffen, die Stromleitungen möglichst unterirdisch verlegt, verfügt, daß nur Baumaterialien der hiesigen Gegend verwendet, kein Gebäude mehr als 1 Stockwerk haben sollte und bitte keine Betonburgen. Aga Khan, fasziniert von den Felsformationen sprach von "Sinnlichkeit der Formen" - auch nach diesem Prinzip wurde die Costa Smeralda am Reißbrett entworfen.

Dazu wurden zu der Zeit völlig moderne, unkonventionelle und junge Architekten weltweit eingeladen, das von Karim Aga Khan erdachte Konzept umzusetzen. Selbst verrückte Personen wie Jacques Couelle, seines Zeichens eigentlich ein Bühnenbildner und kein Architekt haben hier einzigartige Villen gebaut, die weltweit Beachtung fanden und finden und zwar derart, daß sich heute noch junge Architekten im Herbst einfinden um diese zu besichtigen.

In den Jahren danach haben immer wieder Spekulanten versucht, die Costa Smeralda zuzubetonieren. Dabei sei Walt Disney erwähnt, die hier ein Disneyworld eröffnen wollten, die Sheraton-Group die bereit war 6 Mrd. US Dollar zu investieren um uns mit Hotels ab 500 Plätzen aufwärts zu beglücken (kaum einer der hiesigen Hotels hat mehr als 50 DZ und ist auch daher für große Anbieter eher uninteressant) oder die Sheraton-Group und Tom Barrack, die dann resigniert aufgaben, weil man sich hier mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hat. Auch die Qatarioten werden nichts daran ändern können. Es herrscht Bestandsschutz, Neubauten sind in einer Bannmeile von 3 km zum Meer hin nicht erlaubt die Regeln sind recht eisern und es finden auch laufend Überprüfungen von der Forestale statt. Ich selbst hatte 2 tägigen Besuch von 4 Forstbeamten vor Ort. Nach dieser Bannmeile darf nur noch derjenige bauen, der mindestens 3 Hektar Land erwirbt und einen bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb nachweisen kann. Da sich doch einige Spitzbuben nicht daran gehalten haben, wurden etliche Villen Ende November 2015 auch bis zur weiteren Klärung konfisziert.

Was ich an der Costa Smeralda so faszinierend finde ist, daß sich kein prominenter Villenbesitzer hinter meterhohen Mauern versteckt (selbst die Heckenhöhe ist vorgeschrieben) und daß der Prinz auch immer darauf geachtet hat, die ehemaligen Grundstücksbesitzer und deren Verwandtschaft bis zum heutigen Tag in sein Projekt mit einzubinden. Sei es als Gärtner, Hausmeister, Bedienstete oder einfach auch nur Vertrauenspersonen, was sie fast durchweg alle sind. Ich kenne doch einige Villenbesitzer mittlerweile und ich höre deren spannende Geschichten, wie und durch welche Zufälle sie an die Villen herankamen immer gern. Es war die eben zur damaligen Zeit fortschrittliche Vision eines muslimischen Prinzen, der sich auch nicht davor gescheut hat den Einwohnern hier eine Kirche zu schenken und auszustatten. Vielleicht wäre die Welt heute besser dran, wenn sich wie damals Christen und Muslime besser verstünden.

Man darf nicht vergessen, daß die Prinzipien der Costa Smeralda auch so von anderen Gegenden 1:1 übernommen wurden. Ob das zauberhafte Porto Rafael oder aber auch Porto Rotondo und trotz der nunmehr seit einem Jahrzehnt andauernden italienischen Krise, gibt ihnen der Erfolg durchweg recht. Es ist kein Zufall, daß die Costa Smeralda auf beinahe 90 Km Küstenlänge mit 5 Diskotheken klarkommt. Im internationalen Vergleich sicherlich lachhaft, aber die wahren "Feste" finden in den Villen statt (und damit meine ich sicher nicht "Berlusconi" und seinen zweifelhaften Geschmack).

Prominente haben wir in der Tat hier sehr viele und die allermeisten sind ganz normale Menschen wie Du und ich. Briatore und Berlusconi als Maßstab für die hiesige Prominenz nehmen zu wollen wird dieser Gegend nicht gerecht. Das sind ausschließlich 2 Medienprofis die mit übersteigertem Ego die Yellow-Press nutzen, damit man über sie spricht. Dazu gibt es auch einen herrlichen Witz der hier kursiert: Was ist der Unterschied zwischen Briatore und Gott ? Gott glaubt nicht, Briatore zu sein !
 
Zuletzt geändert:

Sabina

Sehr aktives Mitglied
Danke, Marco!!
Eine schöne Beschreibung von Dir.... auch wenn man - künstliche - Orte wie Porto Cervo und so manches drumherum nicht mag, die Architektur, die sehr organisch anmutet, ist zumindest angenehm und viele Häuser oder auch Hotels sehr ästhetisch und gelungen!! das schaffen wirklich nicht viele Urlaubsgegenden im Mittelmeerraum; wer noch nicht davon überzeugt ist: mit dem Boot an der Küste entlang segeln, so sieht man die ganze - nicht verbaute - Schönheit;

Mal ein schönes Statement von Dir für die Costa S, die hier im Forum ja oft so schlecht wegkommt! ;)

salve
Sabine
 

Gianluca

Sehr aktives Mitglied
Hallo @Gianiuca:
Wenn wir im Oktober noch nicht früh einchecken können, werden wir erst mal in Golfo Aranci bleiben.
Muss dann nochmals schaun, wo wir uns den Vormittag aufhalten, bzw. parken !
Auto ist halt voll beladen.
Grüßle
Hi Monika... mach das, es lohnt sich wirklich.. Du kannst das Auto beruhigt am Hafen abstellen und flanieren gehen, wie wir letztes Jahr warten mussten war an der Hauptstraße ein kleiner Rummelplatz für Kids und ein Abendmarkt mit sardischen Spezialitäten und Köstlichkeiten..
Lg Gianluca
 
M

Monika12

Gast
@Gianluca : Super !!! Das machen wir.
Bei der Anreise haben wir ja auch Zeit- das Schiff kommt ja schon um 7 Uhr morgens an.
Werden dann erst mal irgendwo schön frühstücken. Kleiner Strand ist ja auch in der Nähe. Hab s schon auf Google angeschaut.
Grüßle
Monika
 

Hopie

Mitglied
Wider Erwarten (weil nicht blauäugig, sondern grün blau) verschlägt es uns Individual individuell ganz demnächst mit Alitalia (jepp; die letzten Tollkühnen, und die Tickets gibt's sogar noch; mit Platzreservierung) zur Inselrundreise nach Sardinien. Zu einer Sardinienrundreise gehört auch ganz Sardinien. Deswegen habe ich mich über armandis Eintrag gefreut. Was uns angeht: 2 Nächte San Pantaleo, mit allem Schni schnack drum fürs drum herum; sind auf Rundreise Modus. Den Leihwagen quasi durchgetankt
Tanti saluti...a tutti - quer durchs Land
Obbe un unne rum (wie der Meenzer sagt, saahht :)
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
und daß der Prinz auch immer darauf geachtet hat, die ehemaligen Grundstücksbesitzer und deren Verwandtschaft bis zum heutigen Tag in sein Projekt mit einzubinden. Sei es als Gärtner, Hausmeister, Bedienstete oder einfach auch nur Vertrauenspersonen, was sie fast durchweg alle sind.
Na ja, man liest doch, dass die Bauern und Hirten ihr Land damals für "nen Appel und ein Ei" verkauft hätten, nicht wissend, was ihr Land wirklich wert ist und sich deshalb über den Tisch gezogen fühl(t)en. Dass sie als Bedienstete auf ihrem einst eigenen Land bis ans Ende ihrer Tage fröhlich leben, ist schwer vorstellbar, besonders auch wegen des sprichwörtlich ursardischen Gefühls "wer über das Meer kommt, will stehlen". Es würde mich interessieren, wie es wirklich in den Herzen der Menschen aussieht, ob sie heute glücklich darüber sind, welche Entwicklung ihr Land und damit ihr Leben als einst stolze Bauern und Hirten genommen hat.
 

Sandokan

Sehr aktives Mitglied
Aus eigener Erfahrung, in mehreren Dokumentarfilmen und Büchern habe ich hingegen gelesen, daß einige Bauern hier so reich wurden, daß sie in Hotels logierten und eigene Fahrer unterhielten. Aus Arzachena wird berichtet, daß ein Hirte auch "Mr. Miliardo" genannt wurde, da er bei seiner Steuererklärung mehr Einnahmen angegeben hatte als der Fiat-Chef Agnelli. Bei der letzten Haus- und Einwohnerzählung besagte die Statistik, daß jeder gemeldete Einwohner Arzachenas im Schnitt 3 Häuser besitzt. Die Mär, daß man das Land für einen Appel und ein Ei verkauft habe ist schlicht nicht haltbar, wenngleich sie doch gut klingt. Man bemerke: Wohlhabend geworden zu sein, bedeutet nicht gleichzeitig auch weiterhin kaufmännisches Geschick zu haben und wohlhabend zu bleiben.

Nicht nur: Aga Khan hat wohlwissend die ehemaligen Eigentümer damit betraut ihrer verkauften Ländereien auch weiterhin zu führen. Wer hätte das auch zu der Zeit (und zur heutigen) auch anders machen sollen als sie selbst ? Eine kleine Gemeinde von 10 000 Einwohnern die eine Küstenlänge von 90 km und 240 km2 Land, Felsen und Meer betreuen soll, benötigt jeden Einwohner und auch heute noch bemühen sich Gärtner und Mitarbeiter in Kohortenstärke die Costa Smeralda in Ordnung zu halten.

Richtig ist aber, daß die Verkaufspreise eher ständig aufgrund der "galoppierenden Inflation" Italiens stiegen. Die Preisstabilität wie heute hat Italien erst seit der Einführung des Euros. Früher waren Inflationsraten (bedingt auch durch staatliche Abwertung) von 20 - 30% keine Seltenheit. Wer also Ende der 50er Jahre verkauft hat, erzielte andere Preise als derjenige der Ende 60er oder 70er verkaufte. Ich kenne ehrlich gesagt niemanden der behaupten kann, er sei über den Tisch gezogen worden - im Gegenteil. Viele arbeiten heute bereits in 3. oder 4. Generation hier, haben respektable Unternehmen und sind sehr dankbar, aus dem Mittelalter in die Neuzeit katapultiert worden zu sein.

Viele sind im Gegenteil über den Weggang Aga Khans sehr traurig. Als er in den 80er Jahren "Porto Cervo 2" bauen wollte, wurde er durch den "Decreto Salvacoste" gestoppt und zeigte hierfür wenig Verständnis. Aus seiner Sicht sicherlich verständlich, wollte man doch der generellen ungehemmten Bauwut Einhalt gebieten.

Es ist andererseits ein recht offenes Geheimnis, daß die Tochter von Aga Khan den Vorsitz der Qatar Holding inne hat und somit die Familie Khan nicht ganz von der Costa Smeralda verschwunden ist - es hat nur ein fälliger Generationswechsel stattgefunden.
 
Zuletzt geändert:

KSL

Sehr aktives Mitglied
Danke Sandokan, das hast Du aus meiner Sicht sehr gut ge- und beschrieben.

Also wir vor vier Jahren geschaut haben, wo wir uns mit einer Ferienimmobilie niederlassen, schied für uns die Costa Smeralda aus finanziellen Gründen aus, wir mochten und mögen aber die gute Infrastruktur, die sich durch sie in der Umgebung ergibt. Wir habe uns dann für Golfo Aranci entschieden wegen der zuvor beschriebenen Tatsache, aber auch der Nähe zum Flughafen (man bleibt ja nicht immer wochenlang...) und der damals schon absehbaren sehr positiven Entwicklung von Golfo Aranci.

Wenn hier kritisiert wird, die Landverkäufer seien damals "über den Tisch gezogen worden", so kann man dies sicherlich bei Vergleich des damaligen Kaufpreises und heutigen Wertes so meinen. Dies würde dann aber für fast jedes Urlaubsgebiet gelten, dass sich in den letzten 50 Jahren nur annähernd so rasant entwickelt hat wie die Costa Smeralda. Dafür gibt es ja den überwiegend negativ besetzten Begriff der Spekulation. Es hätte auch alles in die Hose gehen können wie bei so manchem Objekt während der Bauwutphase. Ich kenne jedenfalls in und um Golfo Aranci nur Einheimische, die sich zwar über die ganzen Russen, Amerikaner, Asiaten und Araber lustig machen, die mit Geld um sich schmeißen, aber doch sehr froh sind, dass es sie gibt!

Die Bauvorschriften sind ein Segen und die Tatsache, dass ihre Einhaltung inzwischen recht konsequent überwacht wird, ist sehr positiv!
 

Sabina

Sehr aktives Mitglied
Ist es nicht auch so - zumindest wurde mir dies so berichtet, dass die Länderein direkt am Meer den Frauen und Mädchen einer Familie vererbt wurden? Denn diese galten ja sehr lange Zeit als weniger oder gar kein bisschen wertvoll.(also die Länderein).. denn das bessere Weideland lag vom Meer entfernter und früher kamen die Gefahren ja auch von Meeresseite, dh. Piraten und andere an den Bodenschätzen Sardiniens Interessierte.... somit war auch ein Haus/ eine Hütte im Inselinneren gelegen einfach sicherer. Später haben dann einige dieser Frauen auch ein nettes Sümmchen mit dem Verkauf des Landes am Meer verdient.

salve
Sabine
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
@Sandokan, mein "Gefällt mir" ist für deine ausführliche Antwort, danke.
Interessant hierzu sind die Ausführungen von pecora nera http://pecora-nera.eu/costa-smeralda-die-alte-kueste-gibt-es-noch/
Für die Costa Smeralda ist die Entwicklung seit Aga Khan sicher eine Erfolgsgeschichte, ob für ganz Sardinien, kann man in Frage stellen, denn größter Kritikpunkt heute ist, dass die Gewinne größtenteils an Sardinien vorbei gehen und die Costa Smeralda deshalb kritisch gesehen wird, verständlicherweise, wie ich finde. Es kommt wie immer auf den Standpunkt an.
 

Sandokan

Sehr aktives Mitglied
Hallo Sabine, ja, die Ländereien waren tatsächlich im Besitz von Frauen und rangniedrigeren als dem Erstgeborenen. Nicht nur waren die Grundstücke am Meer für die Landwirtschaft unnütz (auch durch den Wind), aber oftmals ein Malaria-verseuchtes Gebiet (sardisch "mala aria", also schlechte Luft). In unserem Falle war es so, daß der Erstgeborene eine ihm nicht zugewiesene Frau heiratete und somit mit den wertlosen Grundstücken am Meer beschieden wurde.

Georgie, ich kenne zugegebenermaßen die genauen Statistiken dazu nicht und kann somit nicht wirklich eine Aussage treffen. Allerdings sind Sarden oftmals keine "begnadeten" Kaufleute anders als vielleicht Genueser, Mailänder, Venezianer oder Neapolitaner und das ist an sich auch kein Wunder, bestand die sardische Gesellschaft jahrtausendelang doch überwiegend aus Gemeineigentum denn Privateigentum. Die Folgen davon sind bis heute zu spüren.

Sehr oft begegne ich im kaufmännischen Bereich folgendem Gedanken: Wenn ich etwas für 100 angeboten habe und es nicht absetzen konnte, da überteuert, biete ich es im nächsten Jahr für 200 an um den Verlust aus dem vorangegangenen Jahr zu kompensieren. An sich ist der Gedanke ja genial, doch ökonomisch völliger Blödsinn.

Insofern haben sich die Sarden so manch' Unvermögen auch selbst zuzuschreiben und so manche krachende Pleite mit dem Gedanken des Angebots/Nachfrageverhaltens vermieden werden können.

Zwei nebeneinanderliegende, konkurrierende Supermärkte bieten diese Woche völlig identische Grillspieße an. Die einen verlangen für 3 Stück 9 Euro, das andere verlangt für 3 Stück 3 Euro. Das eine ist sardisch, das andere deutsch. Wer wird gewinnen ?
 

robbie-tobbie

Sehr aktives Mitglied
Zwei nebeneinanderliegende, konkurrierende Supermärkte bieten diese Woche völlig identische Grillspieße an. Die einen verlangen für 3 Stück 9 Euro, das andere verlangt für 3 Stück 3 Euro. Das eine ist sardisch, das andere deutsch.
Ich hoffe, das sardische Unternehmen gewinnt - wie wir mal wieder in unserem Urlaub feststellen konnten, ist die Qualität des sardischen Fleisches eine ganz andere als dieser Mist, der bei L..L & Co. in den Kühlregalen liegt.
Leider wahrscheinlich ist, dass das deutsche Unternehmen "gewinnt".
 

Sandokan

Sehr aktives Mitglied
So ist's. Sie sind sich aber dessen nicht immer bewußt und das macht sie in meinen Augen besonders liebenswert. Ich kaufe selbst überwiegend auf Wochenmärkten ein und bevorzuge grundsätzlich sardische Produkte vor italienischen oder ausländischen, mögen die noch so perfekt aussehen und in aufgehübschter Verpackung präsentiert werden.

Ich stelle eben immer wieder fest, daß sie Schwierigkeiten haben ihre eigenen Erzeugnisse zu präsentieren und davon zu erzählen. Sei es der Fischladen im Supermarkt, der tatsächlich nur "lokalen" Fisch anbietet und das nirgendwo bewirbt, sei es die Dame auf dem Markt die einen hausgemachten cremigen Gorgonzola anbietet und ihn nur auf Verdacht den Kunden präsentiert und der jeden Industrieschimmelkäse (hübsche Wortschöpfung) mit Leichtigkeit in die Tasche stecken könnte.

Sei es auch der cremige Torrone (Türkenhonig) der tatsächlich noch von örtlichen Bienen und handgepflückten Mandeln aus Tonara hergestellt wird. Nirgendwo steht ein Schild, eine Erklärung oder Übersetzung. Manchmal wird hier einem auch der beste Wein schon fast lieblos im 5 Liter-Kanister ohne Etikett angeboten und man kostet es und denkt sich: "mon dieu, wann habe ich sowas zuletzt getrunken ?"

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Die Schönheit Sardiniens erschließt sich dem Betrachter nicht sofort. Oftmals ist es nur Zufall oder eine Begegnung die einem das Herz und den Geist öffnet. So bleibt 2017 auch Sardinien eher etwas für den Individual- denn des Pauschaltouristen.

Um den Bogen zu unserem Ausgangsthema zu bekommen: "Man möge auch bitte weiter herzlich über die Costa Smeralda schimpfen". Wer sich dennoch die Zeit nimmt hinter die Fassade zu schauen, wird sicherlich etwas anderes entdecken.
 

Feuerpferd

Sehr aktives Mitglied
@Sandokan

Und das Schönste an Deinen Beiträgen ist, dass wir uns schon das ein oder andere Mal darüber unterhalten haben und ich beim Lesen Deine Stimme im Ohr habe - wie schön. LG Michaela
 

Frank

Sehr aktives Mitglied
Jaja , die Villenbesitzer der Costa , ...wer italienisch versteht , weiß längst wie die Situation ist ...

,

auch der Staatsanwalt Fiordalisi könnte das Thema JENSEITS VON GLANZ UND GLAMOUR der Costa "abrunden".

Ich fühle mich wenn schon im NO wesentlich wohler in Cannigione , Palau, Santa Teresa di Gallura , La Maddalena ...
oder im Februar ( wie unlängst dienstlich) , wenn nur das Porto Cervo Hotel auf hat und ich die Piazza von Porto Cervo mit drei Kätzchen teilte , die fast auch schon so einen arroganten Blick drauf hatten , wie die , die die Minipiazza im August berühren und den VIPs nachgaffen ...:D

LG F.
 

Georgie

Sehr aktives Mitglied
@Frank
wenn ich jetzt noch deine Stimme zu deinem Beitrag im Ohr hätte, würde die Costa Smeralda wohl endgültig den letzten Touch von Verklärung verlieren .... aber ich habe dich ja leider bis jetzt noch nicht kennen gelernt :D
 
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