Jagd in Corona-Zeit [Beiträge verschoben]

Georgie

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Die Jagd, der Druck der Lega auf Solinas: "Erlaubt Bewegungen auf der ganzen Insel".
Eugenio Zoffili, Abgeordneter und Regionalkoordinator der Lega in Sardinien übt Druck auf Solinas aus, die Bewegung von Jägern in ganz Sardinien trotz des von der Conte-Regierung verhängten Lockdowns zu genehmigen. Der Präsident Solinas hat ihn diesbezüglich beruhigt: "Die Jagd ist definitiv eine gemeinnützige Dienstleistung, die das Gleichgewicht der Wildtiere sichert und gerade in dieser Phase der Pandemie auch aus Sicherheitsgründen nicht absolut eingeschränkt werden darf"


Die Jäger dürfen sich also außerhalb ihrer Comune frei bewegen, d.h. es sind sogar die gemeinsamen spuntini nach der Jagd erlaubt. Wer sich sonntags auf der Insel bewegt, weiß was das bedeutet - Gruppen von Jägern beim gemeinsamen essen und trinken eng zusammen :eek:
 

Kurt

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Ich bin sehr froh, dürfen die Jäger jagen. Wir haben extrem viele Wildschweine. Sie haben einen grossen Teil von unserem Weideland schon mehrmals umgepflügt, so dass unsere Tiere jetzt zu wenig zu fressen haben. Es gibt halt immer zwei Seiten.
 

rocky

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qwpoeriu

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Vorschlag zur Güte: Man könnte ein paar Löwen oder so etwas in der Richtung aussetzen. Dezimiert einerseits die Wildschweinbestände und sorgt andererseits dafür, dass die Leute daheim bleiben. Nach der Pandemie dürfen dann ein paar besonders mutige Jäger ihr Können unter Beweis stellen, meinetwegen auch mit anschließendem Saufgelage.
 

amichetto

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Man könnte es auch mit Wölfen probieren. Die stehen nicht so auf Menschenfleisch ;)
Wir mussten heute mit dem Auto wegfahren um mit dem Hund spazieren gehen zu können, weil die Jäger um's Haus herum geballert haben }:-):mad:
 

nonna

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Katzenliebhaber füttern draussen verwilderte Katzen und, vermutlich ungewollt, die Wildscheine grad mit, beobachtet auf Maddalena, gibts aber sicher auch anderswo.
 

Maren

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Wildschweine, mmh, die fliegen aber sehr hoch auf Sardinien, siehe Foto im Link von Georgie.

Hier übrigens auch ein interessantes Foto. Es zeigt die Corpo Forestale bei der Überwachung der Jäger, so aus der Ferne können die sicher formidabel einschätzen, ob die Jäger die vorgeschriebenen Abstände einhalten, und sofort einschreiten, falls nicht. https://www.lanuovasardegna.it/regi...a-di-solinas-per-uscire-dal-comune-1.39753472

Bleibt eigentlich bloss noch eine Frage: reicht es also bis Mitte März, ein Gewehr und Tarnkleidung und ein paar Flaschen Rotwein sowie Desinfektionsmittel mitzuführen, um sich also frei bewegen zu können wohin man gerade möchte, auch wenn Sardinien zur orangen Zone werden sollte?
 

Sardist

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.. die Schweine sehen aber glücklich aus so unter dem Arm, vielleicht schlafen sie nur.. ;))
Dieses Ende für die Schweinchen ist weder in Wort, Schrift noch filmisch irgendwo so dokumentiert. Auch haben Archäologen meist nur Knochen gefunden ;)

PS: Hatte bisher auf Sardinien nur einmal Spanferkel, Wildschwein gabs noch nirgends :(
 

Georgie

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Mein Beitrag wurde unfreiwillig durch Beitragsverschiebung zum Eröffnungsbeitrag "Jagd in Corona-Zeit". Es geht nicht um die Jagd im Allgemeinen und auch nicht um die Frage, wo man denn gut Wildschwein essen kann.. Es ging mir um die sachliche Information, dass Präsident Solinas Jägern auf der ganzen Insel Bewegungsfreiheit erlaubt, inklusive sich in größeren Gruppen zusammenzutun und spuntini zu veranstalten, was bekannterweise zur Jagd dazu gehört, während die Bevölkerung im Lockdown ist, in ihren Comunen bleiben muss und sich nicht innerhalb der Familien treffen soll, um Cluster- und Hotspot Bildung zu vermeiden. Eine höchst problematische, eigentlich unverantwortliche Entscheidung, finde ich.
 

Frank

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...unterschätze nie ein sardisches Wildschein! :p
Wie hier im Video zu sehen, in der Gallura wo ed zu meinem Erstaunen sogar Jägerinnen gibt. Nach Fehlschuss wird sie angegriffen und benutzt das Gewehr als Schlagstock....willkommen im Mittelalter!!!



Diese Herrschaften können sich also frei auf der Insel bewegen mit dem Vorwand auf Jagd zu gehen , dank Solinas , mit Gewehr auf dem Rücken und verschmutzen die Natur und Umwelt mit den hinterlassenen Patronenhülsen.
Während die restliche Inselbevölkerung je nach Lockdown nicht die Gemeinde verlassen darf für einen Spaziergang im Wald oder in der Macchia , nur mit einem Rucksack auf dem Rücken.
Könnte gegen Artikel 3 der ital Verfassung ( alle Bürger sind gleich ...) und gegen nationale Dekrete verstoßen , in denen den Gouverneuren nur weitere Verschärfungen und keine Lockerungen auf regionaler Ebene erlaubt sind . Somit aus meiner Ansicht anfechtbar wären .
VG F.
 

Georgie

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Solinas, der sonst so strenge Verfechter von strengen Corona Maßnahmen, lässt sich offensichtlich von der jagdfreundlichen Lega unter Druck setzen. Revierpflege d.h. Verantwortung für ein zugeteiltes Revier könnnte ein Argument für die Freigabe der Jagd auch in der Corona Zeit sein. Italien hat ein Lizenzsystem, d.h. die Jäger können fast überall auf die Pirsch gehen. Feste Revierpächter, die wie in Deutschland für einen Jagdbezirk verantwortlich sind, gibt es nicht. Deshalb greift das Argument Solinas, die Jagd sei eine gemeinnützige Dienstleistung, nicht. Sieht nach Ausrede aus. Zu normalen Zeiten kommen bekannterweise Jäger aus allen Teilen Italiens zur Jagd nach Sardinien. Wenigstens die können jetzt nicht anreisen, oder doch?
 
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