Flora Gigant ja, Methusalem nein

peko

Sehr engagiertes Mitglied
Gegenüber der Zona Archeologica von Loelle gibt es ein beeindruckendes Naturmonument, das erstaunlicherweise allgemein nur wenig Beachtung findet: eine "Quercia seculare", eine "Jahrhundert-Eiche". Nur wenige Meter von der SS 389 entfernt, eingebettet in schier endlose Korkeichenwälder, trotzt dieser hölzerne Gigant seit rund 300 Jahren allen widrigen Einflüssen und ist zu einem der mächtigsten Bäume herangewachsen, die man auf Sardinien entdecken kann.

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Leider können die zweidimensionalen Fotos nur sehr bedingt die mächtige Wuchtigkeit dieses Baumes wiedergeben

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Nicht nur sein ausladendes Geäst bietet Lebensraum etwa für zahlreiche Vögel, auch die borkige Rinde ist bewohnt, hier von einem Untermieter mit dem neckischen Namen "Venusnabel"

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Bemerkenswert fand ich die zahlreichen abgestorbenen Äste, die deutlich zeigen, warum sich das Material Kork perfekt als Flaschenverschluss und Isoliermaterial eignet: das eigentliche Holz des Astes ist längst rausgefault und vermodert, aber die äußere Korkschicht hat allen Fäulnisprozessen widerstanden und ist noch ziemlich intakt. Ihr kann UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Schädlingsbefall offensichtlich nur wenig anhaben. Also ideal, um seine Weinflaschen damit zuzustoppeln.

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Irgendwie, wenn man unter diesem knorrigen Giganten steht, beschleicht einen das Gefühl, doch nicht das Wichtigste auf dieser Erde zu sein ...
 
Ja, die Quercia war auch im Südwesten früher der Treffpunkt der Jugend. Natürlich ziemlich außerhalb.
 
Giganten & Methusalems

Die "Quercia seculare" ist vom Gesamteindruck her sicher einer der mächtigsten Bäume Sardiniens, vom Alter her allerdings nicht. Mit ca 300 Jahren zählt die Eiche eher zu den Youngsters, das können Olivenbäume viel besser. Über die ganze Insel verteilt, findet man da einige Exemplare, deren Keimlinge im frühen Hochmittelalter aus dem Boden sprossen. Ein solcher Methusalem steht in Santa Maria Navarrese direkt neben der Kirche

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Mit über 9 Metern Umfang ist der Stamm nicht gerade magersüchtig, aber man sieht ihm doch deutlich an, dass er seit der Zeit der Kreuzzüge so einiges mitgemacht hat.
Andere Uralt-Olivastri stehen zB in Nordsardinien bei Giagazzu oder am Lago Liscia, wo einer (dieser)
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sogar in Anspruch nimmt, mit +/- 4000 Jahren der älteste Baum Europas zu sein. So schaut er aber auch aus ...
 
@peko

zu dem Olivastro MIllinari am Lago di Liscia hatte ich an anderer Stelle hier schon mal geschrieben:

Ganz erstaunlich ist im Laufe der Jahrzehnte, die Altersbestimmung sowie der rapide Alterungsprozess dieses Baumes.
Vor zig Jaren war er noch rund 2000 Jahre alt. Dann ca. um 1990 waren es plötzlich 3000 Jahre und mit Aufkommen der Indipendisten wurden es dann 4000 Jahre und heute mit der identitären Krise ist er bereits 5000 Jahre alt.
Mal sehen, ob er nicht doch noch auf 10.000 Jahre in den nächsten paar Jahren kommt.
 
@Beppe
Also wenn man mir dort keine FakeNews erzählt hat, hat man vor einigen Jahren mithilfe vorsichtiger Bohrung mal die Jahresringe gezählt. Ob man schon eine (mühsame und teure) DNA-Analyse gemacht hat, ist eine unbelegte Behauptung ...
Fakt ist jedenfalls, dass der Baum ein wenig älter ist als wir beide zusammen (plus etliche Generationen unserer Vorfahren). Letztlich ist es ja eh ziemlich wurscht, ob der Baum 4000 oder 5000 Jahre alt ist - damals wohnten wir noch in Höhlen und konnten sowieso nicht so weit zählen ...;)
 
Ja, die Quercia war auch im Südwesten früher der Treffpunkt der Jugend. Natürlich ziemlich außerhalb.
Noch etwas früher hat man die Quercia gern dafür benützt, unliebsame Zeitgenossen daran aufzuhängen, sie also an der Gerichtseiche "baumeln" zu lassen. Natürlich ziemlich endgültig.
 
an @peko und diejenigen, die es evtl. ebenfalls interessiert:

Generelle Info:

und siehe hierzu dort auch: Altersbestimmung (Biologie) unter Botanik

danach gibt es bei Bäumen 3 Arten der eventuellen/näheren Altersbestimmung:
1. durch Jahresringe (Dendrochronologie)
2. durch die Radiokarbonmethode = C-14 Methode bzw. auch sogenannte Karbonmethode
3. durch den Nachweis einer Klonkolonie (Genet/Ramet und nur diese durch DNA-Kettennachweis !!!)
siehe hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Genet

Übrigens siehe hierzu auch:
Wo die alten Dinge sind: Australiens älteste Bäume

und letztendlich:

Studie stellt die Genauigkeit von Methoden zur Altersbestimmung von Olivenbäumen in Frage
 
Zuletzt bearbeitet:
und noch was hierzu @peko

Ich war mal vor Jahrzehnten im Libanon beim angeblich ältesten Olivenbaum der Welt von damals sagenhaften ca. 9.000 Jahren.

Jahre spätere wurde dieser Baum von Wissenschaftlern auf max. nur noch 4.000 - 5.000 Jahre eingeschätzt.

Heute schätzen Wissenschaft und Botaniker diesen Baum tatsächlich nur noch auf: 1.160 - 1.400 Jahre ein.
 
@peko ..von so nem Holzkopf hab' ich in Italien doch irgendwie schon mal gehört.. ach, ja...

"Le Avventure di Pinocchio: Storia di un burattino"

Mit einer bzw. Deiner Fortsetzung davon, da dürfteste sicherlich sogar unsterblich werden.
 
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