Bürokratie und Verschwendung: Sardinien eines der Schlusslichter in der europäischen Rangliste

Beppe

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Bürokratie und Verschwendung: Sardinien eines der Schlusslichter in der europäischen Rangliste

Die Insel rangiert auf Platz 187 von 208 Regionen des Kontinents, wenn es nach der durchschnittlichen Wahrnehmung der Bürger geht.

Die öffentliche Verwaltung Sardiniens ist von geringer Qualität, wenig unparteiisch und anfällig für Korruption:
So zumindest die durchschnittliche Wahrnehmung der Bürger der Insel, wie aus Daten der Universität Göteborg hervorgeht, die vom Studienzentrum CGIA di Mestre verarbeitet wurden. Sardinien liegt in der Tat an 187. Stelle in Europa und damit fast am Ende der Rangliste, die insoweit alle 208 Regionen des Kontinents berücksichtigt.

Dies ist zwar ein negativer Wert, der sich allerdings nicht so sehr von dem der anderen italienischen Regionen unterscheidet: Die einzige italienische Region unter den ersten 100 (und dort auf dem 100. und damit letzten Platz) ist die Autonome Provinz Trient. Und sogar fünf Regionen schneiden noch schlechter ab als die Insel. Das sind: Apulien, Sizilien, die Basilicata, Kampanien und Kalabrien, die in der europäischen Rangliste sogar den vorletzten Platz einnehmen.

Besonders die Bürokratie gilt als eine der schwerlastenden Hauptfaktoren für die Verschwendung im Land, mit rund 57 Milliarden Euro , die quasi einfach "weggeworfen" werden, aufgrund von Mißwirtschaft der öffentlichen Hand sowie desolater Infrastruktur; insgesamt summiert sich dies immerhin auf rund 225 Milliarden Euro jährlich , die so den gesamten Staatshaushalt und die Staatsfinanzen 'unnötig + schwer' belasten und so auch immer und direkt auch Auswirkungen auf jeden Einzelnen, auf Familien und Unternehmen hat und insofern auch zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem wird.


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... wie wahr, wie wahr.
Durch den Umzug nach Sardinien hab ich die italienische bzw. sardische Bürokratie hautnah zu spüren bekommen. Alles ist mit unzähligen Unterschriften und Wartezeiten verbunden. Das Umschreibens des Autos erforderte x-maliges Vorsprechen in der Agentur, die das übernahm (wenigstens musste man sich nicht selbst mit der "motorizzazione" in Cagliari rumschlagen). Gut dass ich bereits alle benötigten Übersetzungen hatte, aber bis wir endlich die italienischen Nummerntafeln hatten, vergingen 6 Monate. Das Umschreiben des Führerscheins (Papier) meines Mannes dauerte 3 Monate.
Der Anschluss der Fotovoltaikanlage dauerte knapp 7 Monate, betrieben konnte sie bereits nach der Installation werden, aber erst durch den Anschluss war sie offiziell abgenommen.
Ich wollte auf der homepage der INPS den Pensionsantrag für seine Schweizer Pension stellen (bei Pensionen aus mehreren Ländern kann man den Antrag nicht direkt stellen, sondern nur im Wohnsitzland) - konnte nur bis zur Angabe der IBAN gemacht werden, da es beim Feld BIC einen Fehler gab (Feld wurde als optional benannt, frei lassen oder Eingabe des BIC produzierte eine Fehlermeldung) und man kam nicht mehr weiter - also kein elektronischer Antrag.

Eine positive Sache kann ich aber auch anmerken: Vom Beantragen der CIE (Carta d'Identità eletronica) bei der Gemeinde bis zur Auslieferung des Personalausweises durch die Post dauerte es 10 Tage.
 
Die Sarden schimpfen gerne über ihre Bürokratie, aber so schlimm finde ich sie gar nicht im Vergleich zu Deutschland. Sicher, die Ummeldung vom Auto dauert ewig. Das hängt am Personalmangel und hing bei mir auch noch an den Corona Maßnahmen.
Begeistert hat mich beim Umzug, dass ich gleich in der staatlichen Impfliste verzeichnet war und das alles schön aufs Handy geliefert wurde als Deutschland noch mit den gelben impfpässen in den Apotheken hantierte.
Auch dass ich meine ärztlichen Rezepte per WhatsApp bestellen und dann als Email für die Apotheke bekommen kann ohne dieses Kranken Kärtchen alle drei Monate vorzulegen hat was.
Und wenn das Internet mal ausfällt, was auch nicht öfter als in Deutschland der Fall ist, bekomme ich in der App sofort eine Antwort und muss nicht Stunden in Warteschleife am Telefon verbringen.
Es ist sicher nicht alles super, aber der Wahnsinn hat ein System ;)
 
@ Bisso, deine Beispiele kann ich nur bestätigen. Diese Dinge funktionieren auch bei mir im Süden, aber das mit den Rezepten kannte ich so ähnlich schon aus Österreich: Anruf in der Praxis wegen eines Dauerrezeptes und ich konnte das Medikament nach einer Stunde schon in der Apotheke abholen und zwar in jeder Apotheke in Österreich, das Rezept geht online vom Arzt in das Apothekennetz.
Auch das mit dem Impfangebot ist mir aufgefallen. Darüber hinaus habe ich auch bereits kurze Zeit nach der Anmeldung im Ort und der Arztwahl von der ASL das Angebot zu einer Mammographie bekommen. Weiters haben wir beide ein Schreiben von der Gemeinde (ich glaub es war die Gemeinde) bekommen, dass wir die Teststreifen zur Fäkaluntersuchung in der Apotheke abholen können.
 
Stimmt, den Test konnte ich auch einfach in der Apotheke abholen und wieder hinbringen.
Und auch die Hausarztverteilung hat gut geklappt nachdem ich wusste, wo ich fragen muss.
Von Deutschland bekomme ich Berichte, dass Leute nach Umzug keinen Hausarzt mehr finden, weil niemand mehr Patienten aufnimmt. Hier hat das Gesundheitsamt den Überblick und verteilt die neuen Einwohner an Ärzte, die noch Kapazitäten haben. Auch nicht toll die Knappheit an Hausärzten, aber hier wird wenigstens dem Unmut Luft mit Demos gemacht und mit vorne dabei sind die Bürgermeister ;)
 
Das kommt aber sehr auf die Region und den Comunen an,hier in der Region in um um Narbolia sind ca 4000 Menschen seit Monaten ohne Hausarzt, es wird ein Arzt aus Cagliari abgestell,welcher nur Rezepte händisch ausstellt,da er sich in das Gesundheitssystem nicht einloggen kann. Stundenlanges anstehen in der Warteschlange sind das Folge. Freunde berichteten am Donnerstag von 11:30 bis 16:30 angestanden zu sein. Ein anderer ist am selben Tag, beim anblick der Warteschlange wieder nach Hause gefahren. Der Diensthabende Arzt fuhr am selben Abend zurück nach Cagliari um dort den nächtlichen Notdienst in einem Ambulatorio zu übernehmen und am nächsten Tag wieder zurück San Vero zu kommen.
Buona Pasqua
Klaus
 
Mit dem Hausarzt hatte ich Glück: er ist unser Nachbar und Freund und hat uns aufgenommen, obwohl er schon voll war. Kleinere Sachen besprechen wir, wenn er am Abend vorbei kommt und am nächsten Tag ist es erledigt. Gut funktioniert bei mir auch das mit Blutabnehmen für verschiedene Werte - es kommt jemand zu uns nach Hause, nimmt das Blut ab und bringt uns nach ca. 1 Woche das Ergebnis und die Rechnung, ca. 25 Euro pro Person, je nach Art der Blutuntersuchung kann es auch mehr sein. Das erspart Anfahrt und lange Wartezeiten.
 
Wir haben auch wenig Probleme, Hausärzte mindestens 8 in den 3 umliegenden Gemeinden, dazu das Krankenhaus in Muravera mit verschiedenen Fachärzten in den Ambulatorien, und draußen anstehen ist äußerst selten, und wenn, nur kurz. Rezepte kommen per Mail, CT oder MRT, etc. war bisher immer innerhalb weniger Wochen möglich. Blutabnahme/ Analysen im hiesigen Krankenhaus bzw Laboratorio. Einer unserer Nachbarn ist Arzt und konnte in Notfållen immer etwas organisieren mit seinen Kontakten. Können uns wirklich dahingehend nicht beklagen.
Bürokratisch dagegen läufts in der Gemeindeverwaltung, besonders im technischen Büro!
 
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