peko

Sehr aktives Mitglied
DSCN0450.JPGDieses Bäumchen soll etwa 4000 Jahre (nach Analysen aus 2019 sogar 5000) alt und damit der älteste Olivenbaum Europas sein. Er könnte also das erste mal geblüht haben, als an der Cheops-Pyramide gerade das Richtfest begangen wurde...
Zu bestaunen ein Stückchen nördlich des Lago di Lisca (Luras), ausgeschildert als "Olivastro Millenario"
 

peko

Sehr aktives Mitglied
Also mit 500 Jahren wär er gerade mal ein Schößling ...
Wir haben uns 2019 mit der Biologie-Studentin im Kassenhäuschen ausführlich unterhalten. Sie berichtete, dass vor einer Weile die Ergebnisse einer Untersuchung mit genbasierten Methoden veröffentlicht worden seien, denen zufolge das Alter dieses Baumes knapp 5000 Jahre betragen soll. Der ein Stückchen weiter stehende "Junior" soll runde 2000 Jahre alt sein.
Ich habe eigentlich keinen Grund, diese Angaben zu bezweifeln. Da ich aber die Publikation nicht selbst gesehen/gelesen habe, ziehe ich die Formulierung "soll" vor. Wenn man jedoch nachrecherchiert, ist bei Angaben von vor 2019 auf jeden Fall immer von ca 4000 Jahren die Rede. Für einen Baum ein durchaus mögliches Alter.

Es gibt auch in SMN (Sta Maria Navarrese) gleich neben der Kirche einen Olivastro mit mehr als 1000 Jahren, ebenso in der Nähe der Ortschaft Giagazzu. Der älteste Baum der Welt ist übrigens eine Fichte in Schweden, die vielleicht noch die Ausläufer der letzten Eiszeit erlebt hat (9500 Jahre ...)
 

Beppe

Sehr aktives Mitglied
@peko

möglicherweise bist Du einem Halbwissen der Biologie-Studentin aufgesessen.
Soweit ich weiss, sind gentechnische Altersbestimmungen nicht möglich.

Allenfalls sind Erzeuger - Abkömmling(e) (auch in sukzessiver Linie als 'Genomnachweis) nachweisbar. Auch ist z.Zt. an lebenden Bäumen nur mit der dendrochronologischen Untersuchung eine zuverlässige Altersbestimmung möglich. Bei "totem" Holzmaterial auch mit der C14 Methode.

Ganz erstaunlich im Laufe der Jahrzehnte, ist der Alterungsprozess des Baumes.
Vor zig Jaren war er noch rund 2000 Jahre, dann ca. 1990 (3000 Jahre), mit Aufkommen
der Indipendisten wurden es dann 4000 Jahre und heute mit der identitären Krise ist er bereits 5000 Jahre.

Mal sehen, ob er nicht doch noch auf 10.000 in den nächsten Jahren kommt.
 
Zuletzt geändert:

Georgie

Sehr aktives Mitglied
@Sardist was genau meinst du? Ich wundere mich oft über Bäume an den unglaublichsten Stellen,die z.B. aus Felsenspalten raus wachsen, überall dort, wo Pflanzen/Bäume eine Chance haben, ans Tageslicht und an Wasser zu kommen, um zu wachsen. In der Tat unglaublich.
 

wischw3

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@Beppe
Du bist ja über so ziemlich alles ganz erstaunlich gut informiert !
Naturwissenschaft, Wetter, Segeln, Immobilien ,...
Es interessiert mich einfach: Bist Du Jurist, Wissenschaftler oder einfach ein überdurchschnittlich interessierter Mensch der in Sardinien seine zweite Heimat gefunden hat ?
 

peko

Sehr aktives Mitglied
@peko
möglicherweise bist Du einem Halbwissen der Biologie-Studentin aufgesessen.
Soweit ich weiss, sind gentechnische Altersbestimmungen nicht möglich.

Allenfalls sind Erzeuger - Abkömmling(e) (auch in sukzessiver Linie als 'Genomnachweis) nachweisbar. Auch ist z.Zt. an lebenden Bäumen nur mit der dendrochronologischen Untersuchung eine zuverlässige Altersbestimmung möglich. Bei "totem" Holzmaterial auch mit der C14 Methode.

Genau aus diesem Grund habe ich die Altersangabe in eine "soll"-Formulierung verpackt.

Wenn ich geschrieben habe, dass ich diese Angaben der Studentin nicht anzweifle, dann beruht das u.a. auf diesem Artikel des idw (Informationsdienst Wissenschaft), in dem sehr wohl genbasierte (nicht gentechnische) Analysen zur Altersbestimmung von Bäumen herangezogen werden:

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Epigenetik in Bäumen hilft bei Altersdatierung - Forschung zur Umweltgeschichte
Dr. Katharina Baumeister Corporate Communications Center
Technische Universität München


Ähnlich wie genetische Mutationen entstehen epigenetische Veränderungen, also Umbauten der Gene, welche nicht auf der primären DNA-Sequenz geschehen, bei Pflanzen manchmal zufällig und können über Generationen hinweg übertragen werden. Ein Forschungsteam zeigt nun erstmals am Beispiel von Bäumen, dass solche „Epimutationen“ über die Lebenszeit einer Pflanze hinweg kontinuierlich zunehmen und als molekulare Uhr genutzt werden können, um das Alter eines Baumes zu bestimmen.

In der Epigenetik werden vererbbare Änderungen der Aktivität von Genen untersucht, die nicht auf Veränderungen der primären DNA-Sequenz beruhen. „Während bei Säugetieren epigenetische Markierungen normalerweise bei jeder Generation zurückgesetzt werden, ist dies bei Pflanzen nicht immer der Fall. Epigenetische Veränderungen innerhalb einer Generation können bei Pflanzen stabil an die nächste Generation weitergegeben und sogar über viele Generationen hinweg vererbt werden“, sagt Frank Johannes, Professor für Populationsepigenetik und Epigenomik an der Technischen Universität München (TUM).

Sein Forschungsteam ist daran interessiert, wie oft Epimutationen in Pflanzengenomen auftreten, wie stabil sie über Generationen hinweg sind und ob sie wichtige Pflanzenmerkmale beeinflussen können.

Bäume tragen viele Epimutationen in sich

„Aufgrund ihrer Langlebigkeit können Bäume uns epigenetische Erkenntnisse über große Zeiträume hinweg liefern“, sagt Prof. Johannes. Zusammen mit Robert J. Schmitz, Professor an der University of Georgia (USA) und Hans Fisher Fellow am Institute for Advanced Study der TUM (TUM-IAS), hat er jetzt zwei Studien dazu veröffentlicht.
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Ich bin kein Fachmann, hatte aber irgendwo mal von diesem wissenschaftlichen Fortschritts gelesen und deshalb für möglich gehalten, dass die Studentin Recht hatte.
Bei der Dendrochronologie sehe ich - wie gesagt, kein Experte ;) - das Problem bei derart bizarren und unregelmäßig geformten Bäumen, dass man kaum die Stellen mit den meisten Jahresringen findet, ohne den Baum zu zerlegen. Bei Bäumen mit nur einem Stamm (wie zB der kalifornischen Sequoie "General Sherman") mag das funktionieren, bei solch zerklüfteten Stämmen wie am Lago Lisca zweifle an der Zuverlässigkeit der Jahresringzählung, solange der Baum nicht gefällt ist.
 

casa sardegna

Sehr aktives Mitglied
Ich kann´s nicht genau sagen, er steht auf dem zentralen Platz in Arborea zwischen Rathaus, Schule und Kirche.
Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein gigantischer Ficus, ein Gummibaum oder eine Mangrove, da einige Luftwurzeln zu sehen sind. Bin aber in dem Thema Laie.

Mich hat er jedenfalls so fasziniert, dass dieses Photo dabei herausgekommen ist.
 
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