1. Urlaub auf Sardinien Juli 2016

Micha_KS

Mitglied
Hallo liebe Forianer,

da ich gerade ein wenig zeit und Langeweile habe, schildere ich auch mal meine subjektiven Eindrücke von unserer Sardinien-Premiere 2016.

Zunächst einmal fiel unsere Wahl auf Sardinien, da sowohl meine Freundin, als auch ich nicht unbedingt Fans von Pauschaltourismus sind und wir eine Mischung zwischen Abenteuer, Individualität und Entspannung gesucht haben.

Ich war schon mehrmals mit der Fähre auf Korsika und nach einiger Überlegung, ob wir fliegen oder das "Abenteuer" Auto und Fähre wählen, fiel die Wahl auf die Fähre. Wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel. Zumal sich die Kosten nicht wirklich etwas nehmen... 2 Flugtickets plus Mietwagen für 2 Wochen sind tendenziell sogar eher teurer als Fähre plus Maut, Benzin etc.
Gebucht haben wir dann Livorno-Golfo Aranci, auf der Hinfahrt über Nacht und zurück am frühen Morgen.

Unsere Unterkünfte haben wir eher zufällig gewählt, hatten da aber echt Glück. Natürlich haben wir im Vorfeld einige Recherche betrieben, auch hier im Forum, aber ohne eigene Erfahrungswerte ist die Wahl der Unterkünfte natürlich auch Glückssache. Wir wollten auf Grund der Ankunft im Norden auch im nördlichen Teil der Insel bleiben, aber nicht unbedingt nur an einem Ort.

Anfahrt: Kassel - Livorno - Golfo Aranci -Santa Teresa Gallura

Hört sich anstrengend an? War es auch ;-)
Unsere Fähre fuhr Samstag um 21Uhr in Livorno ab. Da wir uns das Fahren geteilt haben, haben wir die ganze Strecke in einem Rutsch in Angriff genommen, sind ja auch nur 1150 Kilometer oder so. Also ging es am Samstag seeehr früh morgens los und ohne weitere Zwischenfälle waren wir am Nachmittag in Italien. Stau hatten wir einmal (unvermeidlich) bei Mailand und vorher am Grenzübergang bei Como. Aber da wir Puffer eingeplant hatten, konnten wir uns sogar noch den Turm in Pisa ansehen. Etwas skurriles Schauspiel mit den ganzen Touristen und Händlern dort.
Gegen 20 Uhr konnten wir auf die (etwas ältere) Fähre, Corsica Ferries, Schiff Sardina Regina. Highlight der Überfahrt: 21 Uhr, Italien vs Deutschland, EM-Viertelfinale.
Der mazedonische Stewart hat mich gefragt, ob ich es für eine gute Idee halte, auf einem Schiff mit 95% Italienern im Deutschland Trikot rumzulaufen, aber er hat trotzdem viel Glück gewünscht. Das Spiel haben wir dann in der Bar verfolgt, also wir und ca 250 Italiener um genau zu sein. Etwas scary war es schon, aber böses Blut gab es nicht. nach dem 11er Schießen gab es sogar Gratulationen ;-)

1. Unterkunft - Santa Teresa

Nach einer halbwegs ruhigen Nacht ohne Seegang und halbwegs Schlaf in den etwas unbequemen Betten kamen wir morgens zu strahlendem Sonnenschein in Golfo Aranci an.
Da wir erst ab 16 Uhr unsere Unterkunft in S. Teresa beziehen konnten, hatten wir natürlich noch einiges an Zeit zu überbrücken. Nun ja, Frühstück, hier mal schauen, da mal schauen, Capo d'Orso, einkaufen...alles kein Problem.
Unsere Unterkunft in S. Teresa war zwar etwas chaotisch, da die Appartments gerade in einen Neubau umgezogen sind, wir waren dann sogar die allerersten Gäste in unserem Zimmer, aber dafür sehr komfortabel eingerichtet.
S. Teresa ist jetzt natürlich in erster Linie ein Ferienort, hat aber doch einen gewissen Charme. Der Stadtstrand Rena Bianca ist wirklich hübsch, aber wir waren da nur einmal kurz weil er einfach meeeega voll ist.
Ausflüge haben wir u.A. zum Capo Testa gemacht, eine Bootstour von Palau aus (mit einem kleinen Motorboot, 8 Leute), eigentlich wollten wir auch einen Tag "rüber" nach Bonifacio, das ist aber gescheitert weil meine Freundin ihren Ausweis im Zimmer vergessen hatte. Sollte man dran denken, wenn man das vor hat, man übertritt ja immerhin eine Landesgrenze. Hin und zurück p.P. übrigens 40€, falls das jemanden interessiert.
Ansonsten viel gelaufen in und um den Ort, einige Strände südlich erkundet. Rena Majore, Vignola, Reparata. Als Ausgangspunkt für einige Tage war S. Teresa sehr gut gelegen.
Gute Restaurants findet man auch ohne Probleme. Wir waren sehr glücklich mit einer Pizzeria am "Hauptplatz" des Ortes, auch wenn die auf den ersten Eindruck etwas wie eine Touri-Falle wirkt. Preise waren okay und Pizza wirklich überdurchschnittlich.

2. Unterkunft - Alghero

Unsere 2. Unterkunft war dann ein sehr schnuckliges B&B in Alghero (mehr Infos gerne per PN). Auf dem Weg dorthin haben wir uns Castelsardo angesehen und waren in Sassari (eigentlich nur wegen dem Einkaufszentrum, brauchte "dringend" was von Decathlon.)
Alghero war wirklich ein Glücksgriff. Natürlich viel mehr Trubel, aber eben angenehmer Trubel. Unsere Unterkunft hatte Meerblick und wir waren in 5 Min zu Fuß am Hafen und in der anliegenden Altstadt. Leider waren wir hier nur 3 Nächte, die dann auch recht schnell vorbei waren.
Natürlich waren wir am CapoCaccia und sind tapfer in der Mittagshitze die Treppen runter zu Grotte gegangen. Wir haben dann noch zu Fuß die Straße zu der militärischen Radarstation in Angriff genommen, schien auf jeden Fall nicht verboten. Da waren wir dann ganz für uns und hatten schöne Aussichtspunkte.
Nach Stintino sind wir an einem anderen Tag auch hoch, da ist es allerdings wirklich sehr sehr voll. Allerdings haben wir aus Zufall auf dem Weg zurück vom Capo Falcone eine ganz kleine, nahezu leere Bucht entdeckt. Waren dann auf dem Rückweg nach Alghero auch in Argentiera. Von Geisterstadt war da jetzt auch nur bedingt etwas zu sehen, der Strand ist aber sehr schön (Kieselsteine!)... wenn man mal von der Berührung einer kleinen Feuerqualle absieht. Konsequent die einzige, die uns im ganzen Urlaub begegnet ist, angesteuert.
Dank unserer Gastgeberin hatten wir super Tipps zum Essen gehen. Und es gibt auch einige Strände in der näheren Umgebung. Wenn man nicht ganz so viel Wert auf Ambiente legt, kann man natürlich auch einfach den Stadtstrand nutzen. Alghero ist auf jeden Fall empfehlenswert.

3. Unterkunft - Orosei

In Orosei hatten wir unsere einzige "hotelartige" Unterkunft. Wobei Hotel auch übertrieben ist, eher eine Ansammlung von Ferienhäuschen, die sich um einen Pool tummeln.
Auf der Fahrt von Alghero nach Orosei sind wir zunächst über die lohnenswerte Küstenstraße nach Bosa gefahren und haben uns dort die Stadt angeschaut. Das hat sich definitiv auch gelohnt.
Weiter ging es dann einmal quer über die Insel, von West nach Ost, bei teilweise 41 Grad im Landesinneren. Wir haben da an der SS131 zum tanken angehalten, das war wirklich surreale Endzeitatmosphäre. Hitzeflimmern. Einsame Tankstelle im Nirgendwo. Tankwart in zerrissener Latzhose...
Orosei war, wie es unsere beiden Gastgeber in S Teresa und Alghero schon angekündigt hatten, landschaftlich etwas anders. Bergiger, grüner.
Highlights hier waren das Naturreservat Bidderosa und die Wanderung zur Cala Luna von Cala Gonone aus. Wir haben da wohl irgendwann die falsche Abzweigung genommen und sind an einer Minibucht mit Sandstrand rausgekommen, die wir dann eine ganze Zeit für uns allein hatten, bis noch ein Schlauchboot samt etwas nerviger Besatzung kam. Zu empfehlen auch der Osala Strand.
Eine Kajaktour wollten wir eigentlich auch noch machen, das ist aber dem starken Wind und entsprechenden Wellen an unseren letzten 2 Tagen zum Opfer gefallen.
Kulinarisch sei noch das Agriturismo Sos Ozzastros zu empfehlen (reservieren!)

Rückfahrt

Nur soviel... wenn man nicht mehr von Urlaubsvorfreude angetrieben ist, können 1150 Kilometer ganz schön lang werden. Die Fahrt auf der Mega Express 3 war aber sehr erholsam. Schöne Außenkabine. Deutliches Upgrade zur Sardinia Regina auf der Hinfahrt.


Negativ aufgefallen sind mir auch einige Sachen:
-Müll am Straßenrand etc (wurde hier im Forum ja auch schon das ein oder andere Mal erwähnt)
- Verständigung auf Englisch: ich erwarte ja nicht, dass jeder fließend Englisch oder gar deutsch spricht, aber ich fand es dann teilweise schon anstrengend, dass man sich manchmal auch im Restaurant quasi nicht verständigen konnte gegenüber dem Service.
Besonders bei jungen Leuten fand ich es etwas seltsam, dass die quasi gar nicht Englisch sprechen konnten (wollten)
Auf Korsika ist das wahrscheinlich nicht anders, aber da ist mir das nie aufgefallen weil ich halbwegs französisch sprechen kann.

Fazit

Definitiv ein schöner Urlaub. Gutes Essen, schöne Landschaft, schöne Strände. Wirklich beeindruckend war das überall sehr saubere Wasser. Rückkehr wahrscheinlich.
 
Hallo Micha. Ui 3 Standorte bei 2 Wochen. Ich fande meine 2 Standorte bei knapp 3 Wochen vollkommen ausreichend, aber okay 3 wären auch noch gegangen. Ich finde man verliert immer so viel Zeit bei einem Umzug. Wir hatten einmal für 4 Tage ein Pääärchen als Nachbarn. Die erzählten dann, dass sie auch 2,5 Wochen da seien, aber 5 oder 6 Unterkünfte hatten. Das war denen dann auch wirklich zu viel. Naja, aber ihr habt ja Spaß gehabt. Schöner Bericht. V.a. warst du im Norden, wo man irgendwie mehr unternehmen kann als im Süden, so mein laienhafter Eindruck nach meinem ersten Urlaub da. Der Süden hat mir aber auch sehr gefallen. Die Strände...Ein Träumchen. Richtig gut gefallen hat mir aber auch Alghero. Da bin ich schon ein bisschen neidisch, dass du mehrere Tage dort verbracht hast. Nach Orosei hätte ich natürlich auch mal fahren können, aber das habe ich etwas verpeilt. Ich wusste nicht, dass der Ort so besuchenswert ist.
Deine Kritikpunkte kann ich nachvollziehen. Dss mit dem Müll ist irgendwie immer so am Mittelmeer. Egal ob Portugal, Spanien, Griechenland oder Italien. Andauernd liegt so Zeugs am Straßenrand. Ich kann das ganz gut ignorieren. Für die Masse an Menschen, die dort unterwegs sind, ging es meiner Meinung nach aber noch. Ich habe den Müll immer brav getrennt und am Ende sogar brav zur Deponie gebracht.
Das mit dem Nicht-Englisch sprechen fand ich auch sehr befremdlich. Locker 50% der Leute (und ich rede jetzt nicht von irgendwelchen alten Bauern aus nem Bergdorf, sondern von jungen Menschen, die wie du schon sagst, in Restaurants in Touri-Orten arbeiten) können gar kein englisch. Das war immer so eine Glückssache. Ich habe ein Parkticket bekommen (60 Euro: Parken auf dem Radweg) und ich fragte dann einmal ein paar von den Knöllchen-Aufschreibern, wo ich das nu zahlen soll. Die waren zu 4. und keiner konnte englisch. Nicht ein Wort. Ich habe aber verstanden (und dann auch Tante google gefragt), dass man zur Post müsse. Bei der Post konnte auch kein Mensch englisch. Das war echt schon etwas ätzend. Komischerweise konnte aber die Frau an der Fleischtheke im Supermarkt dann aber ein hervorragendes englisch. Mein Vermieter war ein Amerikaner. Den habe wunderbar verstanden.
 

steftina

Sehr aktives Mitglied
Hey.find ja schön das es euch gefallen hat.euer Problem mit den mangelnden englisch kentnissen der einheimische kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, es ist überaus toll das die meisten Touristen einfach die notwendigen Wörter auf italienisch beherschen.
Das ist ja auch das tolle auf sardinien,so lässt sich sardinien erleben.englisch braucht keiner.
Mfg
 

Micha_KS

Mitglied
@steftina, diese Meinung muss man ja nicht teilen.

Ich erwarte überhaupt nicht, dass an meinen gewählten Urlaubsorten alle Menschen Englisch sprechen. Wenn man aber in der Tourismusbranche arbeitet und ausdrücklich sein Geld durch Touristen verdient, und zwar auch ganz ausdrücklich mit nicht-italienischen Touristen... dann sind ein paar Wörter Englisch nicht fehl am Platz.
Vielleicht habe ich da auch eine ganz verschwommen subjektive Meinung zu, weil ich Englisch studiert habe. Es hat mich einfach gewundert, dass junge Leute teilweise einfach kein Wort Englisch verstanden haben (verstehen wollten...kann man sich ja nie sicher sein). Das beste Beispiel dafür war am Strand von Argentiera. Meine Freundin hat da eine Qualle berührt. Nur am Arm Gott sei Dank, aber natürlich super schmerzhaft. Da hat sich auch gleich eine nette ältere Dame um sie gekümmert, super nett. Am Strand war so eine Art Baywatch Station, da saßen 3 fesche Jungs um die 20 mit ihrem Rettungsschwimmer Outfit rum... habe die dann auf Englisch gefragt, ob wir zu einem Arzt gehen sollten. (ja, scusi, parla inglese? schaffe ich auch, aber da hört es dann auch auf). Keiner der 3 konnte. Sowas finde ich dann einfach ärgerlich.
 

Gianluca

Sehr aktives Mitglied
Probiert es doch einfach auch mal mit französisch, was in Deutschland in der Schule als Sprachnebenfach Englisch war/ist, ist in Italien französisch... Wobei das mit Englisch hier wesentlich besser geworden ist..
Wenn ich mich hier umsehe dann sind die meisten Touristen Festlanditaliener, gefolgt von vielen Belgiern, Franzosen einigen Holländern, viele Deutsche (einen gewissen Prozentsatz an deutschen Autos, ordne ich Typen wie mir zu, also Italofranken und dergleichen), fast keine Engländer, Amerikaner oder dergleichen.. Und ich fahre täglich von San Vito zur Costa Rei und weiter, also dahin wo die meisten Touristen zu finden sind... Wozu also englisch?

Aber wie gesagt es ist wesentlich besser geworden, die Jungs in der WineBar (man beachte das eingeenglischte) Domus Aurea sprechen alle auch Englisch... Im Übrigen ein sehr empfehlenswertes Lokal für die Abendstunden in Muravera.. Hier gibt es ausgezeichneten Montesu und Mamuthone Vino... Aber ich schweife ab... Was ich sagen will... Weniger Erwartungshaltung an das große Englisch und mit dem zweiten Blick erkennen wie die Dinge um einen vielleicht wirklich sind.
 
Dürftige Englischkenntnisse sind kein sardisches Phänomen, sondern in ganz Italien anzutreffen. Menschen, die Deutsch können, findest Du aber überall auf der Insel, selbst in den kleinsten Dörfern. Das ist ein Relikt der sardischen Arbeitsmigration nach D. seit den 1950er Jahren. Auch junge Leute lernen verstärkt Deutsch, ist m.E. auch wichtiger als Englisch, da es - außer in der Gegend um Alghero - kaum englischsprachige Touristen auf Sardinien gibt. Schließlich könnte, wer häufiger auf die Insel kommt, ja auch ein paar Brocken Italienisch lernen, so schwer ist das nun wirklich nicht. Und wer dazu keine Lust hat, benutzt das sprachgesteuerte Übersetzungsprogramm seines Handys.
 

corona niedda

Sehr aktives Mitglied
da es - außer in der Gegend um Alghero - kaum englischsprachige Touristen auf Sardinien gibt
hmmm, was ist mit all den holländischen, schwedischen, norwegischen Gästen, mal abgesehen explizit von den muttersprachlichen Englischsprachigen? Seh da doch einige Autos mit den betreffenden Kennzeichen ausserhalb Algheros - zum Glück, wär doch blöd, wenn die da alle sitzenbleiben würden - und die Dunkelziffer aufgrund Anreise mit Flug plus Mietwagen dann ist ja durchaus hoch...

vor Kurzem hat ein Freund norwegische Biobauern kennengelernt - in einem sardischen 200-Seelendorf, nicht mal direkt am Meer...
da sind mehr Leute unterwegs als man/frau manchmal denkt.

Ok, die Sarden lassen sich eher zäh auf ein paar Brocken Englisch-Sprechen ein, ist schon klar. Auch klar ist, dass es immer angemessen ist, in einem italienischsprachigen Eck dieser Welt auch ein paar Brocken Italienisch rüberzubringen, egal wie schräg die vielleicht klingen, der Wille zählt.
Dennoch würde zumindest manchen Sarden, die kapiert haben, was der Tourismus für die Insel bedeuten kann und bedeutet, etwas Englisch gut stehen. Deutsch ist dann ein nettes optional, ich würd mich schon freuen, wenn die Jugend - zumindest der Teil der Jugend, den dies noch betrifft, und das sind schon ein paar ... - diese blöde Sperre im Hirn ablegen könnte, frei nach dem Motto "ich kann nicht Englisch, ich will nicht Englisch weil ich nicht Englisch kann und die Touris sollen doch bitteschön alle Italienisch lernen..."
 

Micha_KS

Mitglied
Ich beziehe mich auf englisch, weil es an vielen von Tourismus geprägten Orten ja universell einsetzbar ist. Im Tourismusbüro von Palau sollten wir uns nach einer außerordentlich netten und informativen Beratung zu Statistikzwecken mit Herkunftsland in eine Liste eintragen... ich hab das mal kurz überflogen, wo die Leute vor uns so herkamen. Da hat sich schon einiges angesammelt.
Deutschland, Belgien, Niederlande, Spanien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Schweiz, Australien (!), UK, Tschechien... da ist Englisch doch der kleinste gemeinsame Nenner.
Und ich rede auch von rudimentären Kenntnissen an offensichtlich auch von ausländischen Touristen frequentierten Orten. Klar kann ich den Fehler da auch bei mir suchen, die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte

Und bevor mir jemand etwas unterstellt, ich gehe natürlich nicht in einem fremden Land auf Leute zu und texte sie direkt auf Englisch oder Deutsch zu. Mi scusi, non parlo italiano schaffe ich.
Es kam mir manchmal so vor, dass der/die Gegenüber beleidigt war, wenn man nicht der italienischen Sprache mächtig war. Wenn ich hier in meiner Heimatstadt von asiatischen Touristen auf englisch angesprochen werde, bin ich doch auch nicht beleidigt und gebe gerne Auskunft.

Gruß aus der Mittagspause,

Micha
 
Ich beziehe mich auf englisch, weil es an vielen von Tourismus geprägten Orten ja universell einsetzbar ist. Im Tourismusbüro von Palau sollten wir uns nach einer außerordentlich netten und informativen Beratung zu Statistikzwecken mit Herkunftsland in eine Liste eintragen... ich hab das mal kurz überflogen, wo die Leute vor uns so herkamen. Da hat sich schon einiges angesammelt.
Deutschland, Belgien, Niederlande, Spanien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Schweiz, Australien (!), UK, Tschechien... da ist Englisch doch der kleinste gemeinsame Nenner.
Und ich rede auch von rudimentären Kenntnissen an offensichtlich auch von ausländischen Touristen frequentierten Orten. Klar kann ich den Fehler da auch bei mir suchen, die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte

Und bevor mir jemand etwas unterstellt, ich gehe natürlich nicht in einem fremden Land auf Leute zu und texte sie direkt auf Englisch oder Deutsch zu. Mi scusi, non parlo italiano schaffe ich.
Es kam mir manchmal so vor, dass der/die Gegenüber beleidigt war, wenn man nicht der italienischen Sprache mächtig war. Wenn ich hier in meiner Heimatstadt von asiatischen Touristen auf englisch angesprochen werde, bin ich doch auch nicht beleidigt und gebe gerne Auskunft.

Gruß aus der Mittagspause,

Micha

So sehe ich das auch. Es war teilweise schon befremdlich, dass kaum jemand des englischen mächtig war. Im Grunde ist es mir egal und ja ich versuchte auch ein paar Brocken italienisch zu sprechen, aber manchmal hilft das auch nicht weiter. Als ich da nen Parkticket für´s Falschparken erhalten habe, wollte ich zuerst bei den 3,4 Polizisten, die ich am nächsten Tag getroffen habe, zu erkunden ob es denn einen Rabatt gäbe, wenn man direkt bezahlt. Das hatte ich irgendwo im Netz gelesen. Soweit reicht mein italienisch dann eben auch nicht. Alle 3 sprachen nur italienisch und keiner konnte oder wollte englisch sprechen. Ich habe nur verstanden, dass ich zur Post solle am Montag. Das wusste ich aber auch so schon. Bei der Post das gleiche Bild. Kein Typ konnte ein Wort englisch. Und in Restaurants, Tankstellen etc. teilweise auch so. Das habe ich noch nirgends so krass erlebt wie dort. Klar kommt man immer irgendwie durch. Aber wie gesagt im Vergleich zu Griechenland, Portugal, Frankreich, Holland, Belgien, Spanien oder was weiß ich wo war das echt lästig manchmal. Ich erwarte ja nicht, dass mir ein Sardischer Landwirt aus dem Hinterland im perfekten Oxford Englisch den Weg erklärt, aber naja...In dem Punkt muss ich Micha einfach recht geben. Das ist schon seeeeehr dürftig, was die Sprachkenntnisse der Leute dort angeht. Ich finde es jetzt nicht sooo schlimm, weil man ja immer irgendwie durchkommt und es konnten ja auch einige Leute englisch (komischerweise aber immer dort, wo man es überhaupt nicht erwartete). Ich fand es eher kurios. Französisch kann ich leider genauso schlecht wie italienisch.
Portugisisch kann ich ein klein wenig, weil meine Mutter aus Brasilien kommt. Aber auch eher schlecht als recht, aber als ich dieses Jahr für nen Städtetrip in Lissabon war, wollte ich immer portugiesisch sprechen und manch ein Portugiese hat sich das mit mir auch angetan :D , aber einige sind dann lieber freiwillig auf englisch umgesprungen^^. Dennoch habe ich fast alles verstanden, was die Portugiesen mir erzählt haben. Das hat schon Spaß gemacht. Und ich kann wirklich nicht viel Portugiesisch, aber ich habe keine Scheu in anderer Sprache zu sprechen. Das wollte ich damit sagen. Nur wenn der Wortschatz halt komplett fehlt ist es nun mal wirklich sehr schwierig und deswegen bleibt dann eben meist nur englisch. Das ist dann einfach Schade, weil ich auch mal mehr als nur "Guten Tag" oder "Danke" mit den einheimischen sprechen möchte. Das ging auf Sardinien leider nur bedingt.
 

frei

Sehr aktives Mitglied
Tja - auf Sardinien und großteils hier im Forum ist man eben der Meinung, wenn man sich mit den Einheimischen unterhalten will, muss man ihre Sprache lernen ;). Und wer sich den Erfordernissen der Insel nicht anpasst, soll lieber wegbleiben....
Nur leider harmoniert das nicht so ganz mit den Wünschen und Vorstellungen derjenigen, die den Tourismus wollen und brauchen whistling
 

Gio Caligaris

Aktives Mitglied
Woher kommt der Mangel an Kentnissen der englischen Sprache?
Ich denke, teilweise auf das Schulsystem zurueckzufuehren.
Als meine Soehne ( heute 27 und 23 Jahre alt) zu Mittelschule gingen (6-8 Schuljahr), mussten die Eltern die Fremdsprache fuer ihre Kinder jedes Jahr neu waehlen..
Alle haben englisch gewaehlt.
Was kam anfang des naechsten Schuljahres, natuerlich franzoesisch mit der Begruendung, die Franzoesischlehrer koennte man nicht nach hause schicken.
Noch schlimmer fand ich die Begruendung in der Oberstufe (9-13 Schuljahr) , da in der Mittelschule franzoesisch unterrichtet wurde(gezwungener Massen) , war man gezwungen in der Oberstuffe die gleiche Sprache zu waehlen.
Zum Glueck haben meine Soehne Privat und ausserhalb der Schulzeiten englisch gelernt, mit Bescheinigung und Bewertung, so konnten wir es in der Oberstuffe durchsetzen am Englischunterricht teilnehmen zu duerfen, war aber nicht einfach.
Heute sieht es schon anders aus.
Die naechste Generation wird es einfacher haben.
Gio
 
Zuletzt geändert:

Inselkind

Aktives Mitglied
Wir kommen seit über 10 Jahren auf die Insel (meist Nord-West, Nord-Ost und touristisch etwas abseits) und kamen bisher mit unserem "Urlaubs-Italienisch" ganz gut zurecht. Dies war auch notwendig, da uns bisher niemand begegnete, der englisch oder deutsch sprach. Dies störte uns aber auch noch nie;)
Zu unserem großen Erstaunen begegneten uns dieses Jahr viele englisch sprechende junge Sarden in verschiedenen Bereichen wie Polizei, Post, Bar, Tankstelle, Rettungsschwimmer, Feuerwehr, Supermarkt....Ich hatte auch das Gefühl, dass viele sich freuten, ihre Englisch-Kenntnisse mal anzuwenden. War schon lustig: Wir sprachen ganz stolz italienisch und unsere sardischen Gesprächspartner antworteten genauso stolz auf englisch. Wir haben sehr viel gelacht:)

Lieben Gruß
Inselkind
 

Gianluca

Sehr aktives Mitglied
Genau die Gleiche Beobachtung habe ich eben auch gemacht und auch bereits geschrieben, sinnigerweise sind es in der Tat die junge Generation die in Bars etc englisch sprechen bzw, auch deutsche Touris auf Englisch ansprechen und das nicht zwingend in Touristenhochburgen wo man es erwarten würde... Wer sich heute bzgl. mangelndes Englisch beklagt hätte mal vor 10 oder 20 Jahren kommen sollen..:D
 

Huan

Aktives Mitglied
Als ich vor mittlerweile 28 Jahren das erste Mal auf Sardinien war habe ich keinen Sarden getroffen, der Englisch konnte - vom Festland schon. Aber in jeder Bar gab es einen der Deutsch konnte, und wenn nicht, wurde einer geholt.
 

Thisoft

Mitglied
Also ich habe bei meinem letzten Sardinienurlaub (vor 3 Jahren) für meine Begriffe viel zu viele Leute getroffen die relativ gut Englisch konnten und mich dann auch entsprechend damit zugetextet haben. Die haben wohl gemerkt, dass mein Englisch doch wesentlich besser ist als mein Italienisch. Ich möchte mich aber wenn ich in Italien - na gut, eigentlich Sardinien - bin viel lieber mit den Leuten auf Italienisch unterhalten. Natürlich kann ich da noch nicht viel davon und entsprechend werden auch mal Hände und Füße gebraucht um mich meinerseits auszudrücken. Englisch kann ich wesentlich besser, aber ich liebe die englische Sprache kein bisschen. Italienisch ist mir viel sympathischer, flüssiger, hat einen viel schöneren Klang als der ständige Versuch im Englischen die eigene Zunge zu verschlucken;) . Deshalb möchte ich viel lieber auf Italienisch angesprochen werden, ich will ja dazulernen...
Wobei es zugegebenermaßen im Ernstfall (Arzt etc.) natürlich schon beruhigender ist wenn der Gegenüber Englisch oder Deutsch kann - wovon es aber m.E., siehe auch die anderen Vorposter, durchaus genügend Leute auf der Insel gibt.
Ist aber nur meine persönliche Meinung, kann sicher jeder anders sehen.
 
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